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Artikel

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  • Plus Damit Sie haben, was Sie brauchen Ausgabe 10_2015 S. 14-15

    Von Vertrauen, Diversität und GemüseEine Geschichte von Gemeinschaft und Anderssein

    Kann die Henne dem Wolf trauen? Die Kinder in der Kita St. Sebastian hören gespannt dem Verlauf der Fabel „Steinsuppe“ zu und beschließen, sie nachzuspielen. Für das Theaterstück unternehmen sie Ausflüge auf den Bauernhof, entwickeln Dialoge, Lieder und bauen Bühnenbilder. Sie führen das Stück auf, an dessen offenem Ende der geplante Bau einer Flüchtlingsunterkunft steht.

2013

Fachbegriffe

Wie kann eine Kultur des Ankommens geschaffen werden?

Damit sich die Kinder und ihr Familien in der Kita willkommen fühlen, benötigen die Eltern (niederschwellige) Informationen über die Einrichtung in einer ihnen bekannten Sprache. Die pädagogischen Fachkräfte wiederum müssen halbwegs über individuelle Bedürfnisse der Familie Bescheid wissen. Eine respektvolle Haltung von Anfang an ist wichtig. Um Erstgespräche führen zu können, müssen Dolmetscherdienste hinzugezogen und ggf. Netzwerkstrukturen ausgebaut werden. Hierzu gehören Angebote der Stadt bzw. des Kreises ebenso wie aus dem Bereich der Frühen Hilfe, des Gesundheitsamtes, der VHS und/oder Vereinen.

Welche spezifischen pädagogischen Herausforderungen gibt es?

Für die Kinder ist es zu Beginn in erster Linie wichtig, sich mitteilen und verständigen zu können sowie zu verstehen, was andere Kinder und Erwachsene sagen und meinen. Pädagogische Fachkräfte benötigen daher Kompetenzen, um die Kinder beim Abbau von Sprachbarrieren und bei der Bewältigung von Belastungssituationen zu unterstützen. Langfristig geht es natürlich darum, den Familien und Kindern beim Aufbau ihres „neuen“ Lebens und bei ihrer Integration in unsere Gesellschaft Hilfestellung zu leisten.

Wie gelingt die Zusammenarbeit mit den Eltern?

Um in einen echten Dialog mit den betroffenen Eltern zu kommen und Missverständnisse zu verhindern, sollten Teams ihren Umgang mit Vielfalt reflektieren und sie in die Elterngemeinschaft einladen. Zum einen können sie ihnen auf diese Weise Möglichkeiten der Netzwerkbildung eröffnen, indem sie eine Plattform dafür schaffen, dass die neuen Eltern dort „andocken“ können. Gleichzeitig können sie durch die Anbahnung von Freundschaften unter den Kindern und durch Vorschläge zu Verabredungen außerhalb der Einrichtung Chancen zur Intensivierung des Beziehungsaufbaus initiieren.

(Text entnommen aus und geringfügig verändert: Albers, T., Ritter, E. Chr. (2016): Kinder und Familien mit Fluchterfahrung kommen an. kindergarten heute, praxis kompakt. Freiburg: Herder. S. 35.)

Interkulturelle Arbeit

Pädagogische Fachkräfte sind professionell darin, vorurteilsbewusst zu handeln und zu kommunizieren. Vor allem in der Zeit, in der sie „neue“ Kinder und Familien willkommen heißen und sie darin unterstützen, hier ihren Platz zu finden, ist es ihre Aufgabe, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft zu fördern. Interkulturelle Pädagogik sieht in der Unterschiedlichkeit eine Chance, voneinander zu lernen und einen Weg zu finden, mit Fremdheit und Anderssein umzugehen. Diese Kompetenzen sind gefragt und gleichzeitig Ziele interkultureller Praxis:

  • kulturell aufgeschlossen sein,
  • Mehrsprachigkeit als Chance verstehen,
  • Unterschiede zwischen verschiedenen Lebensformen er- und anerkennen (Fremdheitskompetenz),
  • sensibel und wachsam vor allem gegenüber Vorurteilen und Kränkungen sein.