Mal innehaltenIdeen für Entspannungsübungen mit Kindern

Mal innehalten
© Carla Nichiata - istock.com

Handeln und Wahrnehmen

Grundsätzlich sind Entspannung und Aktion gleich wichtig. Entspannung kommt allerdings meistens zu kurz, deshalb sollte sie besonders gefördert werden.
Dazu sollten wir versuchen, die allgegenwärtige Reizüberflutung zu reduzieren: weniger tun, langsamer und ruhiger sprechen, auch Pausen zulassen, in denen (scheinbar) wenig geschieht. Wenn wir weniger tun, können sich die Kinder auf dieses Wenige besser einlassen, sie können sich entspannen, die Konzentration kann steigen.
Kleine Aufgaben und Spiele, die weniger mit Aktion und mehr mit Wahrnehmung zu tun haben, helfen uns dabei. 

Stille-Momente im Alltag finden

Stille-Momente sind kurze, gezielt gewählte Pausen im aktiven Tagesablauf, in denen Kinder zur Ruhe kommen und sich ihrer Umgebung bewusst werden sollen. Erreichen lassen sich diese Momente durch kleine Aufgaben, die Stille herstellen. Sie sprechen die Wahrnehmung an, vor allem das Hören. Durch das Umschalten vom Handeln zur Wahrnehmung führen sie zu Achtsamkeit, Konzentration und Entspannung. Stille-Momente, so Beobachtungen aus Kita und Schule, lassen Kinder mit der Zeit achtsamer, konzentrierter, entspannter werden. 

Offenes Fenster

Beim „Offenen Fenster“ wird ein Fenster weit geöffnet. Wir schließen die Augen. Auf einen Signalton (etwa eine Triangel) beginnt der Stille-Moment. Wir lauschen, was es zu hören gibt, draußen und drinnen. Was wir hören, merken wir uns, sagen es aber noch nicht. Nach etwa ein bis zwei Minuten endet mit einem Signalton der Stille-Moment.
Anschließend tauschen wir uns aus, was alles zu hören war.
Fast immer gibt es genug Gesprächsstoff. Je weniger draußen zu hören ist, umso mehr fallen selbst kleinste Geräusche im Zimmer auf.

Kleiner Bär lauscht

„Stell dir vor, was der kleine Bär manchmal macht, wenn er aufgeregt ist. Wir machen es alle zusammen: Der kleine Bär hält inne. Er steht ein Weilchen da und lauscht. Die Füße des kleinen Bären stehen fest auf dem Boden. Er schließt die Augen. Er atmet tief ein und langsam wieder aus ... tief ein und langsam wieder aus ... ruhig ein und ruhig wieder aus. Er macht ein Weilchen lang nichts und achtet nur auf alles, was um ihn herum passiert. Er steht nur da und atmet ruhig ein und aus und achtet auf seine Umgebung. Jetzt macht er die Augen wieder auf und achtet noch ein kleines Weilchen nur auf seine Umgebung.“ 

Aufregung ausatmen

Diese Übung aus der Atementspannung eignet sich zum Beispiel für den Morgenkreis. Wir atmen aus, was uns stört: Aufregung oder Unruhe oder Ärger (aber immer nur eines) und lassen dafür Ruhe oder Freude in uns wachsen. Die Augen sind am besten geschlossen. Achten Sie darauf, dass Sie ruhig und langsam sprechen und immer wieder Pausen machen. „Achte auf deinen Atem, wie er in dich hineinströmt – und wieder aus dir heraus. Achte einfach auf deinen Atem, aber ohne ihn verändern zu wollen, beobachte einfach, wie er einströmt und ausströmt, ganz von allein …
Stell dir nun vor, wie bei jedem Ausatmen ein bisschen Aufregung aus deinem Körper hinausgeblasen wird. Mit jedem Ausatmen strömt Aufregung aus dir hinaus und du spürst dazwischen, wie die Ruhe in dir größer wird.
Achte so ein paar Atemzüge darauf, wie mit jedem Ausatmen Aufregung aus dir hinausströmt. Und du spürst dazwischen, wie die Ruhe in dir größer wird.“ 

Fantasiereisen

Bei Fantasiereisen (oder Traumreisen) und Entspannungsgeschichten geht es nicht um Spannung, sondern um Entspannung. Wir wählen die beliebte Geschichtenform, tragen aber langsamer vor, lassen auch Pausen. Die Kinder sollten die Augen beim Zuhören schließen (bereits das ist ein Entspannungsimpuls), das fördert die inneren Bilder, die mit den Worten der Fantasiereise angestoßen werden.
Erzählt werden Folgen von Bildern, meist aus der Natur, das wirkt entspannungsfördernd. Es geht also nicht um ein Abenteuer, sondern um das Hervorrufen von naturbezogenen, entspannenden Bildern in den Kindern.

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