Christenverfolgung: Einschreiten statt anprangern

Der Sonderbeauftragte für Religionsfreiheit außerhalb der Europäischen Union, Jan Figel, fordert mehr Einsatz gegen religiöse Diskriminierung weltweit. Es reiche nicht, wenn Europa die Verfolgung von religiösen Minderheiten anprangere, ohne sich aktiv für eine Verbesserung der Lage einzusetzen. So habe das EU-Parlament die Christenverfolgung durch den „Islamischen Staat“ inzwischen zwar zum Völkermord erklärt, wichtiger als eine nachträgliche Verurteilung seien aber konkrete Maßnahmen, um solche Verbrechen zu verhindern. „Tausende Menschen haben einen blutigen Preis für dieses Erwachen der Europäer bezahlt“, so Figel. Die Untätigkeit Europas sei auch für den anhaltenden Flüchtlingsstrom verantwortlich. „Die Menschen sind auf der Flucht, weil wir uns nicht genug und nicht rechtzeitig darum gekümmert haben.“

Das Maß an Religions- und Glaubensfreiheit ist für den EU-Beauftragten ein sicherer Gradmesser für die Lage der Menschenrechte in einer Region: „Menschenwürde und Religionsfreiheit sind völlig miteinander verbunden.“ Wenn eine Gesellschaft die Verfolgung einer Minderheit zulässt, „legt sie den Boden für die Verfolgung anderer Minderheiten.“ Nach aktuellen Studien trifft religiöse Diskriminierung in etwa vier von fünf Fällen Christen, aber auch verschiedene andere religiöse Minderheiten sind von Verfolgung betroffen. Figel verweist besonders auf die bedrohten Menschenrechte von Nicht-Gläubigen. In dreizehn Ländern stehe Atheismus unter Todesstrafe.

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