Die Benachteiligung der Christen im DDR-Unrechtsstaat

Mit der „Zeitgeschichte des Christentums zwischen 1945 und 1989“ im Unrechtsstaat DDR am Beispiel Thüringens befasst sich ein Projekt, das gemeinsam von der Universität Erfurt und der dortigen Staatskanzlei verantwortet wird. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Christen in der DDR – Fotografien als Quelle“ mit Fotos von Harald Kirschner im Bildungshaus Sankt Ursula in Erfurt hat die thüringische Kulturstaatssekretärin Babette Winter das Projekt als „hochaktuelles Thema“ gelobt. Es gehöre in die Öffentlichkeit. Man könne daran lernen, „welch hohes Gut Religionsfreiheit ist“. Auf den Kirschner-Fotos sind Szenen aus dem religiösen Leben der Christen in einem atheistischen Umfeld zu sehen, die die Kraft des Glaubens von Einzelnen wie von Gemeinschaften, etwa bei öffentlichen Gottesdiensten, bezeugen.

Anfang November hatte die rot-rot-grüne Landesregierung ein Forschungsprojekt zum Thema gestoppt, was von den Kirchenleitungen kritisiert wurde. 2016 empörten sich die Kirchen massiv, als ein Mitglied der thüringischen Landesregierung erklärte, Christen seien in der DDR keine besondere Opfergruppe gewesen. Nunmehr soll das Projekt mehr Licht in die Diskriminierungspolitik der DDR bringen, was die Landesregierung aktiv unterstützt.

Die historische Beschäftigung mit den Kirchen im sozialistischen Staat sei bedeutsam, weil die Glaubensgemeinschaften vom SED-Regime als „Fremdkörper“ betrachtet wurden und „unentwegt antikirchlicher Propaganda ausgesetzt“ waren, heißt es in einer Ankündigung der Universität. Massive Einschränkungen für Seelsorge und Caritas, staatliche Überwachung sowie Monopolisierung des staatlichen Erziehungswesens seien geläufige Mittel der Politik gegen das Christentum gewesen.

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