Pierre Teilhard de ChardinFeuer in der Welt

Es ist getan. Das Feuer hat wieder einmal mehr die Erde durchdrungen.

Es ist nicht lärmend auf die Gipfel herabgefallen wie der Blitz in seinem Glanz. Bricht der Herr die Türen auf, um bei sich einzugehen?

Ohne Erschütterung, ohne Donner hat die Flamme alles von innen her erleuchtet. Vom Herzen des geringsten Atoms bis zur Energie der universellsten Gesetze hat sie individuell und in ihrer Gesamtheit jedes Element, jede Triebkraft, jede Bindung unseres Kosmos so natürlich durchdrungen, dass man von ihm glauben könnte, er habe sich spontan entflammt.

In der neuen Menschheit, die heute gezeigt wird, hat das Wort den endlosen Akt seiner Geburt verlängert; und kraft seines Hineintauchens in den Schoß der Welt haben sich die großen Wasser der Materie ohne ein Erzittern mit Leben geladen. Anscheinend hat nichts gezittert unter der unsagbaren Transformation. Und doch ist geheimnisvoll und wirklich in der Berührung mit dem substanziellen Wort das Universum, die unermessliche Hostie, Fleisch geworden. Alle Materie ist von nun an inkarniert, mein Gott, durch deine Inkarnation.

Pierre Teilhard de Chardin (1881–1955) in: „Das Herz der Materie und Das Christische in der Evolution“ (Patmos, Ostfildern 2018)

Anzeige
Anzeige: Eberhard Schockenhoff - Die Kunst zu lieben

Der CiG-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen CIG-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.