ArmenienWill der neue Präsident einen neuen Patriarchen?

In Armenien scheint es massive Spannungen zwischen dem Patriarchen und der Regierung zu geben. Medien berichten, dass der 67-jährige Katholikos-Patriarch Karekin II. seinen Rücktritt als Oberhaupt der armenisch-apostolischen Kirche erwägt – offiziell, wie es heißt, aus gesundheitlichen Gründen.

Im Juli hatten Mitglieder einer Protestbewegung, die sich „Neues Armenien, neuer Patriarch“ nennt, vor dem Haus des Katholikos demonstriert. Dieser Gruppe würden Verbindungen zum neuen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan nachgesagt, so Zeitungsberichte.

Anfang Mai war es in Jerewan zum politischen Machtwechsel gekommen. Nach wochenlangen Straßenprotesten war der frühere Oppositionsführer Paschinjan zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Die Demonstranten unter Paschinjans Führung hatten die vorherige Regierung für Korruption und Vetternwirtschaft in Armenien verantwortlich gemacht. Damals hatte Karekin II. als Oberhaupt der einflussreichen armenisch-apostolischen Kirche versucht, in dem Konflikt zu vermitteln. Seither gibt es auch Kritik an dem seit 1999 amtierenden Karekin II. Ihm wird vorgeworfen, mit dem alten System eng verbunden gewesen zu sein.

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