Sommerferien & CoronaRituale für die Zeit daheim

Diesen Sommer heißt es aufgrund der Covid-19-Pandemie, flexibel zu sein mit der Urlaubsplanung. Damit die Ferien auch zu Hause zu einer erholsamen und abwechslungsreichen Auszeit vom Alltag werden, können Sie den Eltern Ihrer Kita-Kinder hilfreiche Tipps und Impulse an die Hand geben.

Rituale für die Zeit daheim
© Maria Sbytova - Adobe Stock

Wie gelingt es, auch ohne größere Reise aus gemeinsamen freien Tagen eine entspannte und gleichsam ereignisreiche Zeit für die ganze Familie zu machen? Für Kinder ist es vor allem etwas Besonderes, wenn Eltern ausreichend Zeit haben, um zu spielen, zu lesen, zu kuscheln. Und das funktioniert ebenso gut im eigenen Zuhause wie an einem fernen Urlaubsort. Kommen dann noch gemeinsame Aktivitäten hinzu, können auch Ferien im heimischen Umfeld zu etwas Besonderem werden.

Urlaubsrituale

„Weißt du noch, wie wir im Griechenland-Urlaub immer dieses Lied zum Frühstück gehört haben?“ Besondere Zeiten bleiben oft deshalb in Erinnerung, weil bestimmte Rituale dazugehören, die man im Alltag nicht hat: ein bestimmtes Lied, ein besonderer Frühstücksort, der gemeinsame Abendspaziergang. Das lässt sich auch gut auf die diesjährigen Ferien übertragen. Familien können sich für die Urlaubswochen einen Tagesplan ausdenken, der täglich wiederkehrende Rituale einschließt. Den Kindern ist ein ritualisierter Tagesablauf aus der Kita vertraut und in diesem ungewöhnlichen Jahr tut Vertrautes besonders gut.
Der Tag beginnt mit einem „Guten-Morgen-Lied“ als Weckruf. Das Frühstück findet am blumengeschmückten Wohnzimmertisch statt und bei gutem Wetter auf dem Balkon oder im Garten. Wer keinen Freisitz hat, könnte eine Mahlzeit des Tages auf einer Picknickdecke im Wohnzimmer einnehmen. Auf alle Fälle anders als im gewohnten Alltag und vielleicht mit einem vertrauten Tischspruch aus der Kita.
Nach einer täglichen Aktivität im Freien kann eine feste Naschzeit am Nachmittag eingeplant werden, mit Eis, Obst oder einer leckeren Kinder-Bowle. Abends wird das Ins-Bett-Bringen ein besonderer Moment – vielleicht mit einem Kamishibai-Bilderbuchkino oder eingekuschelt auf dem Balkon. Eine immer wiederkehrende, ruhige Einschlafmusik rundet den Tag ab.

Einen Wochenplan visualisieren

Ein Wochenplan, in den für alle sichtbar gemeinsame Aktivitäten gemalt werden, gibt langen Ferientagen Struktur und schafft Anlass zur Vorfreude. „Schau mal, noch zweimal schlafen, dann ist unser Ausflug an den See!“ Über die Vorhaben des nächsten Tages können Eltern am Abend mit den Kindern sprechen: „Morgen machen wir ja …, weißt du es noch?“

Erlebnisse festhalten

Genauso wichtig wie die Vorschau sind die Erinnerungen. Auch wenn die Ferien zu Hause stattfinden, tut es gut, Erlebnisse festzuhalten, um sich im Nachhinein daran zu erfreuen. Dazu können Fotos in ein Heft geklebt und kleine Souvenirs gesammelt werden. Das Stückchen Rinde stammt vom gemeinsamen Waldtag, das Eispapier vom Ausflug zum See und auf diesem Foto ist der tolle Kuchen vom Donnerstag. Ein solches Heft hält den außergewöhnlichen Sommer 2020 mit all seinen Besonderheiten lange in Erinnerung und bietet sich für eine gemeinsame Betrachtung in der Kita nach den Ferien an. Ermuntern Sie die Familien, solche Erinnerungsstücke zu sammeln und zu dokumentieren – die Kinder wird es sehr freuen!

Neues ausprobieren

Viel gesehen, viel Neues entdeckt – dieser Satz gehört zu einer gelungenen Reise dazu. Doch auch wer Ferien zu Hause macht, kann mit Kleinkindern jede Menge Unbekanntes erleben, selbst in vertrauter Umgebung. Wer sich mit Gießkanne und Eimer an den kleinen Bach im Park setzt, den die Jüngsten sonst nur vom Vorbeiradeln kennen, erlebt Neues. Auch der Ausflug in den Wald, wo Eltern und Kind endlich das lang geplante Tipi aus Ästen bauen und darin das Abendbrot einnehmen, schafft Erinnerungen. Kuscheltierverstecken auf einer Wiese mit hohem Gras sorgt bei Kleinkindern für willkommene Abwechslung vom Sitzen auf der Picknickdecke genauso wie ein Ausflug in ein bislang selten besuchtes Stadtviertel mit einem Eis auf die Hand. Auch diese Erlebnisse können prima dokumentiert werden.

Pausentag

Den ganzen Tag im Pool und es sich gut gehen lassen? Das geht zu Hause fast genauso gut wie am fernen Urlaubsort. Man muss es sich nur vornehmen. „Morgen liegen wir einfach nur im Garten oder entspannen auf dem Balkon, essen Erdbeeren mit Schlagsahne, veranstalten eine Planschparty mit Wasserschlauch und nutzen unsere Wasserspritzpistolen.“ Solch ein Pausentag, der vor allem Eltern ein wenig Erholung ermöglicht, sollte auf einen Tag mit vielen Aktivitäten folgen. Dann machen auch die Jüngsten besser mit.

Den Arbeitsalltag ausgrenzen

Erwachsene schätzen es am Urlaub, dass Arbeit und Alltag weit weg sind. Kinder schätzen es mindestens genauso, wenn Eltern fernab der üblichen Verpflichtungen endlich genug Zeit für sie haben. Doch was auf der Urlaubsinsel von selbst geschieht, muss man sich beim Urlaub zu Hause jeden Tag aufs Neue vornehmen. Auch hier hilft der Einsatz des Ferienplans: Es gibt Tage oder zumindest Tageszeiten, wo „zwischendrin schnell die Wäsche machen“, „mal die Mails checken“ und „den Keller aufräumen, weil wir ja gerade Zeit haben“ nicht erlaubt sind. Hauswirtschaftliche und berufliche Aktivitäten sollten die gleiche untergeordnete Rolle spielen wie im echten Fernurlaub auch. Dann entsteht ganz von selbst eines der schönsten Urlaubsgefühle: Wir hatten richtig viel Zeit füreinander!

Das Besondere feiern

Abends mal richtig lange aufbleiben und dafür mittags eine ausgiebige Siesta, das lässt sich für ein paar Tage auch zu Hause einführen. So kann die ganze Familie in der Dämmerung noch einmal zur Eisdiele spazieren oder auf der leeren Straße eine Runde Fußball spielen. Natürlich muss auch der letzte Urlaubstag gebührend gefeiert werden. Vielleicht mit einem kleinen Fest mit Lichterkette und Papiergirlande im Garten, auf dem Balkon oder im Park? Das funktioniert bei Regen genauso gut im Wohnzimmer und ist das Zeichen: Ab morgen beginnt wieder der Alltag und die Ferien im eigenen Zuhause sind vorbei. Liebgewonnene Urlaubsrituale werden einfach beibehalten und erleichtern allen den Übergang.  

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