EventkulturMuss der Kindergeburtstag immer eine Mottoparty sein?

Christian Hanne schreibt über die täglichen Herausforderungen des Vaterseins
Christian Hanne schreibt über die täglichen Herausforderungen des Vaterseins© excogito

Wer sich ein wenig auf Pinterest umschaut, kommt unweigerlich zu dem Schluss, dass es an Kindeswohlgefährdung grenzt, wenn ein Kindergeburtstag nicht als Themenparty veranstaltet wird. Es gibt dort Vorschläge für Detektiv-, Meerjungfrauen-, Bauarbeiter-, Prinzessinnen- oder Ritterpartys sowie für jedes andere erdenkliche Motto. Von der selbstgefilzten Einladungskarte über die dreistöckige Torte und die individuell gestaltete Raum-Deko bis hin zum kostspieligen Mitgebsel ist alles perfekt aufeinander abgestimmt.

Sicherlich haben Kinder auf diesen Event-Geburtstagen viel Spaß und ihre Eltern hoffentlich bei der Vorbereitung. Aber grämen Sie sich nicht, falls Sie zu jenen zählen, denen Zeit und Geld für solch aufwendige Feiern fehlen. Oder es Ihnen am künstlerischen Geschick für die anspruchsvollen Basteleien mangelt. Kinder amüsieren sich auch auf einem normalen Geburtstag ganz prächtig. Sind sie erst einmal von Kuchen und Süßigkeiten vollkommen überzuckert, ist es ihnen völlig egal, ob das Wohnzimmer als Ritterburg dekoriert oder ungeschmückt ist, wenn sie mit lauten Getöse die Wohnung in Schutt und Asche legen.

Sie können sich dem Mottoparty-Druck doch nicht ganz entziehen? Kein Problem: Servieren Sie ‚Kalten Hund‘ – für Rezepte werden Sie sicherlich bei Pinterest fündig –, lassen Sie die Kinder Wattepusten, Wurstschnappen und Schokolade-Wettessen spielen und abends gibt es Würstchen, Pommes und Kinder-Cola, bis allen schlecht ist. Das Ganze nennen Sie „Kindergeburtstag wie in den 80er-Jahren“ und fertig ist die Mottoparty!

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