Zentralkomitee der deutschen KatholikenEs braucht mehr Wumms für die Energiewende

Kernkraftwerk
© Pixabay/Steve Buissinne

Mehr Anstrengungen beim Kampf gegen den Klimawandel fordert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Es brauche mit Blick auf die Energielieferanten einen möglichst schnellen Ersatz von Kohle, Gas und Öl durch Wind, Sonne und Wasser, heißt es in einer Erklärung, die auf der ZdK-Vollversammlung im Dezember in Berlin mit großer Mehrheit verabschiedet wurde. Der konsequente Einsatz für fossile Energien sei auch eine Frage von mehr Sicherheit und Energiesouveränität, erneuerbare Energien und Effizienz würden die steigenden Energierechnungen senken. Das ZdK hatte sich auf seiner Herbstvollversammlung neben dem Synodalen Weg und angedachten Strukturreformen für den Dachverband der Laienorganisationen in Deutschland vor allem mit dem Thema Energiepolitik befasst. „Ohne Veränderung keine Zukunft“: Das wollte ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp in der Pressekonferenz als Überschrift auch über dieses Thema der Vollversammlung verstanden wissen.

Deutschland sei vom „Bremser zum Treiber geworden“, so das Eigenlob von Sven Giegold, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, über die Bemühungen der Bundesregierung angesichts des Klimawandels, das am Anfang der Befassung mit dem wichtigsten Tagesordnungspunkt stand. Giegold lobte auf dem Podium im Vorfeld der Verabschiedung der Erklärung auch die Kirchen als „positive Begleiter“. Ihn begeistere, wenn er vom Erzbistum Freiburg höre, dass dieses bereits 2030 klimaneutral sein wolle.

Der Klimaforscher Otmar Edenhofer klang deutlich pessimistischer: Man stehe am Abgrund, es brauche zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels dringend neue Formate anstelle der internationalen Klimaschutzkonferenzen. Nicht zuletzt durch die Folgen des Ukraine-Kriegs gebe es Länder, die Kohlekraftwerke intensiver nutzen wollten oder gar den Bau neuer planten. Dringend notwendig seien zinsvergünstigte Darlehen für Länder, die erneuerbare Energien stärker nutzen wollten.

Und während Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, beklagte, dass die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Politik immer weiter auseinandergehe, erinnerte Pirmin Spiegel, Hauptgeschäftsführer des Hilfswerks Misereor, daran, dass es beim Klimaschutz um die Themen Menschenwürde und Menschenrechte im Globalen Süden gehe.

Mit Blick auf Deutschland betonte die Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa, dass die hohen Preise infolge der Energiekrise nicht zu einer Schockstarre führen dürften, sodass man beim Klimaschutz zurückfalle. Giegold mahnte deshalb, man müsse den notwendigen Wandel als „freudigen Aufbruch, an dem alle mitgestalten können“, als „Versprechen eines besseren Lebens“ begreifen. Mithilfe von Kategorien wie Pflicht und Verantwortung alleine werde man es nicht schaffen. Die Hilfsprogramme müssten besser erklärt werden, so der Tenor. Stefan Orth

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