Kritische Stimmen vor Woelkis Rückkehr„Kernschmelze“, „Tausende Austritte“

Vor der für den Aschmittwoch erwarteten Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki in sein Kölner Erzbistum nach einer fünfmonatigen „geistlichen Auszeit“ mehren sich die kritischen Stimmen. Tim Kurzbach (SPD), Oberbürgermeister von Solingen und Kölner Diözesanratsvorsitzender sagte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Es sind derzeit nicht die geringsten Anzeichen erkennbar, dass nach dem 2. März etwas anders wird. Im Gegenteil.“ Nun sei Rom in der Verantwortung, „das Erzbistum nicht sehenden Auges in die Kernschmelze laufen zu lassen.“ Auch die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) und der SPD-Fraktionsvize Jochen Ott äußerten sich im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das Ende von Woelkis Auszeit stelle „eine besondere Herausforderung dar, besonders dann, wenn der Eindruck entsteht, dass aus dieser Krise keine Lehren gezogen werden“, sagte Heinen-Esser. Ott meinte, die Rückkehr könne „Tausende Austritte provozieren“. Überraschend deutlich hatte auch der Luxemburger Erzbischof Kardinal Jean-Claude Hollerich Stellung bezogen. „Wenn es mir so ergehen würde, würde ich meinen Rücktritt einreichen“, sagte Hollerich im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur. Benjamin Leven

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