68 und der MissbrauchAntwort auf Birgit Aschmann

68er und Missbrauch
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Der Beitrag von Frau Aschmann („Das wahre katholische Leiden an 1968, HK Juli 2019, 44–47) mag trotz seiner Einseitigkeit zu weiterem Nachdenken anregen, ist aber als Reaktion auf meine Veröffentlichung im Klerusblatt zur Klärung der Missbrauchskrise (Nr. 4/2019, 75–81) dennoch ungenügend und typisch für das allgemeine Defizit in der Rezeption meines Textes.

Es fällt mir auf, dass auf den vier Seiten des Artikels von Frau Aschmann das Wort Gott nicht vorkommt, das ich zum Zentralpunkt der Frage gemacht habe. Ich hatte geschrieben: „Eine Welt ohne Gott kann nur eine Welt ohne Sinn sein“ (78). „Die westliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der Gott in der Öffentlichkeit abwesend ist und für sie nichts mehr zu sagen hat. Und deswegen ist es eine Gesellschaft, in der das Maß des Menschlichen immer mehr verloren geht“ (79).

Soweit ich sehen kann, erscheint in den meisten Reaktionen auf meinen Beitrag Gott überhaupt nicht, und damit wird genau das nicht besprochen, was ich als Kernpunkt der Frage herausstellen wollte. Dass der Beitrag von Frau Aschmann sein Vorbeigehen am Kern meiner Argumentation gemeinsam hat mit dem Großteil der mir bekannt gewordenen Reaktionen, zeigt für mich die Ernsthaftigkeit einer Situation auf, in der das Wort Gott in der Theologie sogar vielfach am Rand zu stehen scheint. Benedikt XVI.

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