ÖkumeneEKD-Chef reagiert gelassen auf Woelkis Kritik

Bischof Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), hat diplomatisch auf die Ökumene-Kritik von Kardinal Rainer Maria Woelki reagiert. Aus Woelkis Sicht liegt eine gemeinsame Eucharistie- oder Abendmahlsfeier von konfessionsverschiedenen Paaren in weiter Ferne (vgl. HK, Oktober 2017, 13–16). „Die Antwort darauf kann nur sein: Dialog, Dialog, Dialog“, sagte Bedford-Strohm Ende September in Berlin. Im Jahr des Reformationsjubiläums sei zwischen Protestanten und Katholiken viel Vertrauen gewachsen. „Diese auch geistlich starke Gemeinschaft ist die Basis, um mit den Stimmen umzugehen, die hier deutliche Skepsis zeigen.“ Bedford-Strohm räumte ein, dass die EKD 2017 mit einigen wichtigen Vertretern der katholischen Kirche im Gespräch gewesen sei, „aber nicht mit allen.“ Zwischen den Zeilen machte der EKD-Ratsvorsitzende deutlich, dass er Woelkis Positionen zumindest für veraltet hält. Die EKD praktiziere ein anderes Verständnis von Freiheit, als es Woelki ihr vorwerfe. Bedford-Strohm verwies auf seine eigene Habilitationsschrift von 1998 zum Thema „Gemeinschaft aus kommunikativer Freiheit“. Die Protestanten sollten auf Woelkis Kritik aber nicht trotzig reagieren. „Wir müssen das dicke Brett geduldig bohren.“ Manfred Rekowski, der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, lud Woelki zu einer Diskussion zur Ökumene ein.

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