Leserbriefe

Eucharistieerfahrungen

Vielen Dank, Albert Biesinger, für den Artikel „Eucharistie erleben“ (CIG Nr. 17, S. 5). Die Argumentation lässt sich durch Erfahrungen in der Pandemie ergänzen. In dieser Zeit wurden die Vorbereitung und dann auch die Feier der Erstkommunion vielerorts sehr würdig in kleinen Gruppen gestaltet. Es gab nicht mehr nur den einen Höhepunkt in einem großen Festgottesdienst, sondern Feiern mit Kindern, Eltern, überschaubarer Verwandtenschar an mehreren Sonntagen.

So wie Professor Biesinger die Feier der Eucharistie in einer Gemeinde vorrangig betrachtet, muss der Zugang zum priesterlichen Dienst freier, in einer jetzt schon begonnenen Basiskirche, möglich werden. Diese braucht Frauen und Männer, die Gottesnähe in der Eucharistie erfahrbar machen können. Die Zusammenlegung vieler kleiner Gemeinden zu großen „Sendungsräumen“, wie sie etwa in der Erzdiözese Köln genannt werden, wäre nicht notwendig.

Gert Scholand, Siegburg

Eucharistie ist, allen Baumarkt-Vergleichen zum Trotz, etwas, nach dem wir uns ausstrecken, auch bewegen müssen. Die Erfahrungen der ostdeutschen Diaspora – hier fahren Christen durchaus 20 Kilometer zur nächsten Kirche und 40 Kilometer, um an der Erstkommunionvorbereitung oder einem Gemeindefest teilzunehmen – deckt sich nicht mit den Erfahrungen der Volkskirche. Es gibt kein Recht auf Eucharistie in Ortsnähe! Mit wem auch, wenn gar keine Christen in Ortsnähe sind?

Michael Poschlod, Lutherstadt Wittenberg

Die letzte Grenze

Dass der Theologe Werner Thiede sich seit Jahrzehnten mit Nahtoderfahrungen beschäftigt (vgl. „An der letzten Grenze“ in CIG Nr. 16, S. 2) und daraus „Indizien“ für ein Weiterleben nach dem Tode erkennt, finde ich interessant. Wünschenswert wäre meines Erachtens, dass entsprechende Erkenntnisse stärker für die kirchliche Verkündigung der Osterbotschaft genutzt werden würden, als dies – soweit ich es beurteilen kann – bisher geschieht. In meinem Theologiestudium in den achtziger Jahren wurde in einer Dogmatikvorlesung mit Blick auf Erkenntnisse aus der Nahtodforschung eindrücklich davor gewarnt, den Osterglauben durch ein Suchen nach Beweisen (zum Beispiel inspiriert von Elisabeth Kübler-Ross) ersetzen zu wollen.

Inwiefern eine solche Gefahr der Verwechslung von Glauben und Wissen tatsächlich besteht, muss wohl offen bleiben. Ich selbst habe in Gesprächen mit – vorwiegend älteren – Gläubigen, die unter anderem auch in der Hospizarbeit tätig sind, glaubensmäßig enorm von Erzählungen profitiert, die in die gleiche Richtung weisen wie die Forschungsergebnisse von Professor Thiede. Eine stärkere Beachtung von Erkenntnissen aus der Nahtodforschung würde sich meines Erachtens bibeltheologisch auch stark nahelegen aufgrund von 1 Kor 15,13: „Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden.“

Harald Balle, Endingen u. Freiburg

Redet Klartext!

Danke für Ihren klaren Kommentar „Wackeldiplomatie“ (CIG Nr. 17, S. 2). Es kann ein tiefer Akt der Liebe sein, einen Bruder, der so massiv in die Irre gelaufen ist, zurechtzuweisen. Papst Franziskus muss endlich Klartext mit Kyrill reden.

Stefanie Ackermann, Berlin

Solidarität zeigen

Auch ich finde, ein Papstbesuch in der Ukraine (vgl. „An vorderster Front“ in CIG Nr. 15, S. 2) könnte ein wichtiges Zeichen sein. Was wäre das für eine Solidaritätsbezeugung mit den Menschen in der Ukraine, wenn Franziskus zusammen mit Bischöfen aus den Nachbarländern einen Friedens- und Versöhnungsgottesdienst feiern würde! Dazu noch den Metropoliten von Moskau einladen, als Zeichen für Versöhnung?

Gegen die Sicherheitsbedenken der Kurie weise ich darauf hin, dass auch Paulus einst, trotz drohender Gefahr, nach Jerusalem gereist ist, um mit der Gemeinde zu beten und beraten. Er vertraute auf den Heiligen Geist.

Ludwig Potocki, Grünstadt

Sich motivieren lassen

Ich sehe das RTL Live-Event „Die Passion“ nicht so negativ wie Sie (vgl. „Christus in der Gegenwart“ in CIG Nr. 17, S. 2). Für mich war es ein möglicher Zugang, insbesondere für Menschen, die von den Kirchen sonst nicht mehr erreicht werden. Ich fand es verständlich, theologisch fundiert, und die Interviews mit den Kreuzträgern waren zum Teil sehr bewegend. Vielleicht kann es ja sogar ein Anreiz sein, es selbst vor Ort noch besser zu machen?

Karl Josef Wendling, Bous


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