Kulturchristentum ohne Christus?

Ein sogenanntes Kulturchristentum, das nicht aus religiösen, sondern aus ästhetischen und moralischen Gründen die Glaubenstradition schätzt und bewundert, hat der ehemalige Bischof des ungarischen Bistums Vac (Waitzen), Miklos Beer, kritisch beurteilt. „Wir leben unser friedliches kulturchristliches Leben in der Welt der schönen Fresken unserer Kirchen und bemerken gar nicht, wie weit wir uns von Christus entfernt haben.“ Es müsse darum gehen, Jesus Christus wieder ins Bewusstsein der abendländischen Bevölkerung, unter die Menschen zu bringen. Europa werde nicht christlicher, „wenn noch mehr Basiliken renoviert werden oder wenn noch mehr Politiker über den Schutz des Christentums sprechen“.

Beer verlangt entschiedene Reformen in der Kirche. Aus Angst davor, „das System würde kollabieren“, traue man sich nicht, über manche Fragen zu sprechen, und halte an Regelungen fest, die Menschen auseinander- statt zusammenbrächten. Er „bange“ um die Kirche, und er stimme Papst Franziskus zu, der eine arme Kirche und eine „Kirche der Armen“ wolle.

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