Chinas Kontrolle greift durch – gegen Religion

Behörden des kommunistischen Regimes Chinas haben die Überwachungspolitik gegen die Kirchen massiv ausgebaut. Diese werden gezwungen, insbesondere religiöse Programme über das Internet und Livestream-Eucharistiefeiern, die während der Corona-Seuche für die christlichen Gemeinden besonders wichtig geworden sind, einzustellen. Auch Glaubens-Chat-Gruppen sozialer Netzwerke, in denen unter anderem per Bibelteilen Gläubige zum Gespräch über Texte und einzelne Verse der Heiligen Schrift zusammenfinden, werden nicht länger geduldet. Das meldet die Nachrichtenagentur „Ucanews“ mit Verweis auf mehrere Geistliche. Die kommunistischen Kader fürchteten, dass Online-Gottesdienste „viele Menschen in die Kirche locken und die Kommunistische Partei schwächen“, heißt es. Die Staatsbeamten wiederum sagen schlichtweg, es sei verboten, „religiöse Überzeugungen über das Internet zu verbreiten“. Das gefährde die Einheit Chinas.

Die Online-Plattform „Asianews“ berichtet wiederum über die Verschärfung weitreichender Repressalien gegen Christen. Wer Staatsbeamter werden wolle, müsse seinen Glauben verleugnen. Viele Getaufte, die für Regierungsbehörden oder sonstige öffentliche Einrichtungen arbeiten, hätten aus Sorge um ihren Arbeitsplatz ihre Religion bereits aufgegeben. Gesetzlich ist es in China außerdem verboten, dass sich Minderjährige religiös bekennen. Dasselbe gilt für Studenten, denen jegliche religiöse Betätigung, auch die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst, verboten ist. Chinas Regierung verlangt von den Kirchen in ihren Räumen inzwischen auch die Installation von Überwachungskameras, die mit dem übrigen chinesischen Überwachungsnetz verbunden sind. So sollen nun auch im Kirchenraum ähnlich wie im öffentlichen Raum sämtliche Aktivitäten und Bewegungsmuster der einzelnen Personen kontrolliert werden.

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