Arbeiter schützen, Fleischindustrie umbauen

„Es muss jetzt einen harten Schnitt geben, denn das Werkvertragssystem ist in der Fleischindustrie bis zur Unkenntlichkeit missbraucht worden.“ Das erklärte der Theologe und Menschenrechtler Peter Kossen im „Domradio“. Er reagiert damit auf die Gründung von fünfzehn Tochterunternehmen durch den Tönnies-Konzern. Kossen vermutet, dass dadurch das zum Schutz der Arbeitsmigranten geplante Verbot von Werkverträgen umgangen werden soll. Es werde wieder zu einem „unübersichtlichen Geflecht“ an Unternehmen kommen, das schwer zu kontrollieren ist. „Das ist dann der gleiche Mist wie mit den Subunternehmern und den Werkverträgen.“

Stattdessen sollten die Arbeiter und ihre Familien besser bei der Integration in Deutschland unterstützt werden, findet Kossen. Dabei müssen sie auch auf ihre Rechte als Arbeitnehmer und die Möglichkeit einer gewerkschaftlichen Organisation aufmerksam gemacht werden. Während der Corona-Krise sollte außerdem weniger produziert werden müssen, weil die Auflagen die Arbeit stark erschweren. „Sonst kippen die demnächst reihenweise am Band um“, befürchtet Kossen.

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