Russlands neue Armee-Kathedrale„Kirche des Sieges“ oder „Kirche des Glaubens“?

In Russland wurde die neue Kathedrale der Armee eingeweiht.

Die Allianz zwischen dem Moskauer Patriarchat und der Staatsmacht ist mit der Einweihung der neuen russischen Armee-Kathedrale bekräftigt, ja für alle Welt sichtbar demonstriert worden. Die Kathedrale ist laut Patriarch Kyrill I. ein Symbol für die „historische Wende“ des russischen Volkes und seiner Streitkräfte „vom Unglauben zum Glauben“. Besonders bedankte sich das Kirchenoberhaupt beim Verteidigungsminister, auf dessen Initiative das Prestigeprojekt zurückgehe, und bei Präsident Wladimir Putin. An dem Festgottesdienst nahmen Verteidigungsminister Sergej Schoigu, Generalstabschef Waleri Gerassimow und hunderte Soldaten in Uniform teil. Der Patriarch teilte dabei überraschend mit, er werde angesichts der bedeutenden Rolle der Streitkräfte für das russische Volk selber das Amt des Vorstehers des riesigen Kirchbaus, Christi Auferstehung geweiht, übernehmen. Ursprünglich war dafür der Militärbischof Stefan Priwalow vorgesehen.

Die Kathedrale vor den Toren Moskaus ist der Unterwerfung Nazi-Deutschlands durch die sowjetische Armee gewidmet und wird daher auch „Kirche des Sieges“ genannt. Für viel Aufsehen hatte ein Streit um geplante Mosaikporträts von Putin und des Diktators Stalin im Gotteshaus gesorgt. Nach Protesten wurden beide Bildnisse entfernt.

Nach der Weihe sprach Kyrill I. vor der Kathedrale vor Ehrenformationen der Streitkräfte. Er lobte die russischen Soldaten in höchsten Tönen. Ihr Dienst für das Vaterland sei von großer Bedeutung für das russische Volk, „denn Sie sind unsere Verteidiger“. Sie hätten eine sehr große Mission und sollten ihrem Eid treu bleiben. „Es ist die Pflicht der Kirche, für Sie, für Ihre Angehörigen und Freunde, für unser Vaterland zu beten“, so der Patriarch. „Möge der historische Weg unseres Volkes in einer solchen Harmonie der Streitkräfte und der geistigen Kraft der Kirche, in Harmonie von Geist und Materie, von Staat und Kirche, in Frieden und Wohlergehen verlaufen. Möge Gott gewähren, dass es auf diesem Weg neue Siege, neue Errungenschaften und niemals eine Niederlage geben wird. Möge Gottes Segen bei unseren Streitkräften und bei unserem Volk bleiben.“ In der Armee-Kathedrale würdigt ein Mosaik die Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim, „unserer Krim“, durch Russland 2014.

Das Gotteshaus wurde im Freizeitpark Patriot errichtet, den das Verteidigungsministerium betreibt. Fast 6000 Personen haben in der Kirche, die von einer etwa hundert Meter hohen goldenen Hauptkuppel gekrönt ist, Platz. Zu dieser drittgrößten Kathedrale Russlands führt eine „Straße der Erinnerung“, 1418 Meter lang. So viele Tage dauerte von 1941 bis 1945 der „Große Vaterländische Krieg“ der Sowjetunion gegen Deutschland. An multimedialen Monitoren können die Namen und Fotos aller 33 Millionen sowjetischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben, abgerufen werden.

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