Wen ich ersehne

Ich strebe mehr nach dem Geber als nach den Gaben. Weniger das Band der Hoffnung als vielmehr die Bande der Liebe ziehen mich an.

Nicht die Herrlichkeit erstrebe ich, sondern die Umarmung des Verherrlichten. Nicht weil ich das Leben ersehne, sondern weil ich an den denke, der sein Leben gibt, verzehre ich mich. Nicht weil ich Freude und dem Genuss hinterherjagen würde, atme ich schwer, sondern wegen der Sehnsucht nach dem, der die Freude bereitet, steigen aus der Tiefe meines Herzens Tränen auf.

Nicht die Ruhe suche ich, sondern das Antlitz dessen, der Ruhe schenkt zu schauen, erflehe ich.

Nicht nach den Speisen des himmlischen Hochzeitsmahls verlangt es mich, sondern das Verlangen nach dem Bräutigam erfüllt mein Herz.

Gregor von Narek (armenischer Mystiker, um 951–um 1003) aus: „Beten ist menschlich“ (Neue Stadt, München 2019)

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