Stefan KiechleKämpfen

Das Ideal des Kämpfers beim Gründer der Jesuiten, Ignatius von Loyola (1491–1556), ist nicht der moderne Soldat, der gegen Sold und anonym seine Kampfeskraft an ein beliebiges Heer verkauft, sondern der mittelalterliche Ritter, der sich im Lehnseid persönlich an einen christlichen Herrn bindet und diesen, wenn er angegriffen wird, gegen den Feind verteidigt. Das personale Element ist wichtig: Aus der Beziehung zu Christus erwächst der Auftrag – zu einem Kampf der Abwehr böser Mächte. Das Mandat kommt aus göttlicher Autorität, es ist in sich gut und dient Gutem. Die Bildwelt des Ignatius erscheint uns fremd, auch wenn sie heute in Ritterromanen und Internetspielen wiederkommt. Seine Anliegen sind für spirituell verstandene Führung zeitlos gültig.

Ein Hinweis für eingefleischte Kämpfer: Wähle die richtige Schlacht. Wer sich offenen Auges an die Arbeit macht, wird meist sehr viele Baustellen entdecken. Also gilt es auszuwählen. In der Bibel deutet Jesus das Thema an: Der König zieht nur in den Krieg, wenn er ein stärkeres Heer als der Gegner hat, ansonsten bittet er besser um Frieden (Lk 14,31).

Stefan Kiechle in: „Achtsam und wirksam“ (Herder, Freiburg 2019)

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