Ungarn und EuropaAuch die Sprache macht den Unterschied

Der Bildungskommissar der Europäischen Union, Tibor Navracsics, sieht die große Mehrheit der Bevölkerung seiner ungarischen Heimat proeuropäisch eingestellt. „Wir haben viel über Westeuropa, dessen nationale Eigenheiten, Vergangenheit und Ansichten gelernt“, erklärte der ehemalige Justizminister. Doch sollten ebenso die Westeuropäer „viel über osteuropäische Länder und deren Empfindlichkeiten lernen“ – auch aus der Vergangenheit. „Es gibt oft dieses Gefühl in unserer Region, dass die westeuropäischen Länder uns nicht verstehen“, so Navracsics. „Wir haben im östlichen Europa unsere eigenen Traditionen, manchmal nicht die vornehmsten, aber das ist Teil unseres Lebens und unserer Identität.“

Zudem sei Ungarn ein besonderes Land, weil seine Sprache zum ugrischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen innerhalb der uralischen Sprachfamilie und nicht zur indogermanischen Familie der meisten anderen europäischen Sprachen gehört. „Ich glaube wirklich, dass die Sprache viel Einfluss darauf nehmen kann, wie wir denken und die Welt sehen.“

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