Wie Moskau in Peking die Orthodoxie fördert

Die russische orthodoxe Kirche hat mit Pekings kommunistischer Regierung ein Abkommen geschlossen, das es chinesischen Kandidaten für das geistliche Amt erlaubt, theologische Ausbildungsstätten in Russland zu besuchen. Die Kirchenführung knüpft an Traditionen aus dem 17. Jahrhundert an, als russische Missionare in China um Gläubige warben. Auf der Flucht vor der bolschewistischen Oktoberrevolution von 1917 zogen viele orthodoxe, zarentreue Russen nach Schanghai und ins mandschurische Charbin. Als Kommunisten die Macht auch in China übernahmen, erklärte das Moskauer Patriarchat die chinesische Orthodoxie 1957 für „autonom“. Damit wollte man dem Pekinger Regime entgegenkommen, das ausländische Einmischung in innere Angelegenheiten verboten hatte. Das Patriarchat hoffte, die chinesische Orthodoxie zu sichern – vergebens. Sie wurde während der Kulturrevolution fast völlig vernichtet. Die russische Kirchenleitung möchte nun eine gewisse Anziehungskraft des Christentums in China vor allem auf Intellektuelle nutzen.

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