Können Kleinkinder die Auferstehung verstehen?

Die Geschichte von Jesu Hinrichtung am Kreuz ist nichts für empfindsame Gemüter, und doch ist sie ein wesentlicher Teil der christlichen Überlieferung. Doch sollte man die Geschichte über Leiden, Tod und Auferstehung Jesu Christi schon kleinen Kindern erzählen? Dazu haben sich in der Zeitschrift „Kleinstkinder“ zwei Pädagogen geäußert.

„Für junge Kinder ist die Ostergeschichte nicht geschrieben“, meint der Kunstpädagoge und Dozent Michael Fink. Kinder unter drei Jahren könnten die frohe Botschaft hinter dem Grauen des Kreuzes noch nicht erkennen. Dazu fehle es ihnen an Lebenserfahrung. Fink spricht sich dafür aus, mit kleinen Kindern Osterbräuche zu pflegen, etwa das Backen eines süßen Osterlamms. Solche Rituale könnten zeigen, dass eine besondere Zeit angebrochen ist. Wenn die Kinder älter sind, können vor diesem Hintergrund auch die religiösen Fragen besprochen werden.

Die Stuttgarter Erzieherin Florica Hofmann widerspricht. Man sollte auch Kleinkindern die Ostergeschichte nicht vorenthalten. Es sei zwar nötig, die Erzählung kindgerecht auszugestalten, aber ein Osterfest ohne Jesu Tod am Kreuz und seine Auferstehung werde dem Fest und auch den Kindern nicht gerecht. Mit einfachen Elementen können auch die schwierigen Inhalte angedeutet werden, ohne die für Kinder unverständlichen biblischen Worte zu verwenden. Jesu Tod und die Trauer der Jünger lasse sich etwa mit einem dunklen Tuch darstellen, dass auf Spielfiguren fällt. Ein helles Tuch, das durch die Luft flattert, zeige Jesu Rückkehr und die Freude darüber. Kleinkinder kennen Gefühle wie Trauer und Freude. „Diese Grunderfahrungen machen sie auch empfänglich für die Ostergeschichte.“

Anzeige
Anzeige: Eberhard Schockenhoff - Die Kunst zu lieben

Der CiG-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen CIG-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.