KolumbienEin Friedensabkommen macht noch keinen Frieden

Ein Jahr nach dem Friedensschluss der Regierung in Bogota mit der Guerilla-Bewegung der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) ist die Zahl der Morde in dem Land um fast ein Viertel auf gut 12000 gesunken. Die Wiedereingliederung der ehemaligen Untergrundkämpfer in die Gesellschaft, in ein bürgerliches, berufliches Leben, schleppt sich jedoch weiter dahin. In die Zonen, die einst von der FARC kontrolliert worden waren, dringen verstärkt die Drogenmafia sowie ebenfalls im Rauschgiftgeschäft tätige paramilitärische rechte Gruppierungen vor. In diesen Gebieten haben Schwerverbrechen, einschließlich Mord, teilweise zugenommen. Auch ließen sich zahlreiche Untergrundkämpfer nicht entwaffnen. Sie machen auf eigene Faust weiter und sichern sich über Gewalt, Erpressung, Drogenanbau und Drogenhandel ihr Einkommen.

Laut Vereinten Nationen sind in diesem Jahr in Kolumbien 78 Personen, die sich für soziale Rechte einsetzten, ermordet worden. Staatspräsident Juan Manuel Santos Caldéron erklärte: „Was uns am meisten beunruhigt, sind die Angriffe auf die Anführer von sozialen Bewegungen.“ In Kolumbien zeigt sich wie in vielen anderen Krisenregionen: Ein Friedensabkommen macht noch keinen Frieden.

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