Warnsignale bei Stress: Auf den Körper hören

Psychologen und Therapeuten warnen immer wieder: Stress macht krank! Damit es nicht zu psychischen Schäden kommt, müssen wir auf die Alarmsignale unseres Körpers hören.

Stress
Auf Stressursachen reagiert jeder Mensch anders. Wichtig ist, die eigenen Stresssignale zu kennen, um so frühzeitig die Entstehung von negativem Stress verhindern zu können.© Konstantin Yuganov / Fotolia

Viele Menschen fühlen sich im Dauerstress: Berufliche oder persönliche Überforderung, Leistungsdruck, Informationsflut oder seelische Verletzungen. In vier von fünf Betrieben arbeiten Beschäftigte unentwegt unter hohem Druck – und dies mit gesundheitlichen Folgen. Aufgrund der steigenden psychosozialen Belastungen des Einzelnen steigt die Zahl der psychischen Erkrankungen kontinuierlich an. Jede vierte Frühverrentung ist laut Deutscher Rentenversicherung auf psychische Erkrankung zurückzuführen – Psychologen und Therapeuten bewerten die Lage als dramatisch.

Was ist Stress?

Stress wird durch sogenannte Stressoren ausgelöst: Spezifische äußere Reize rufen psychische und physische Reaktionen hervor. „Damit der Einzelne die Verantwortung für sich und seine Gesundheit übernehmen kann, muss er seine Grenzen kennen und wissen, wie sein Körper auf Stress reagiert“, sagen die Resilienz-Trainerinnen Sabine Horn und Martina Seth.

Stress-Symptome

Ob wir gestresst sind oder nicht, erfahren wir oft erst, wenn wir Symptome wahrnehmen. Zur Überprüfung der körpereigenen Stress-Warnsignale kann man das Stressmodell von J.P. Henry zur Hand nehmen. Nach diesem Modell können sich Stress-Reaktionen auf vier verschiedenen Ebenen manifestieren: Es sind die körperliche, die emotionale, die kognitive und die Verhaltensebene. Zwischen diesen verschiedenen Ebenen besteht ein komplexer Zusammenhang und jede hat ihre eigenen Warnsignale.

Schauen Sie einmal in den folgenden Listen, welche Warnsignale möglicherweise aus Ihnen sprechen. Bedenken Sie dabei, dass Stress sich meist durch eine Kombination mehrerer Symptome äußert.

Körperliche Warnsignale für Stress

  • Herzklopfen, Herzstiche
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden
  • Einschlafstörungen
  • Chronische Müdigkeit
  • Verdauungsbeschwerden, Magenschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Muskelverspannungen,oft im Nackenbereich
  • Kopfschmerzen und Rückenschmerzen

Emotionale Warnsignale für Stress

  • Nervosität, innere Unruhe
  • Gereiztheit, Ärger
  • Angstgefühl, Versagensängste
  • Hilflosigkeit
  • Unzufriedenheit, Unausgeglichenheit
  • Lustlosigkeit, innere Leere, ausgebrannt sein

Kognitive Warnsignale für Stress

  • Ständig kreisende Gedanken
  • Grübeln, Konzentrationsstörungen
  • Leere im Kopf, Blackout
  • Tagträume, Albträume
  • Leistungsverlust
  • Häufige Fehler

Warnsignale im eigenen Verhalten

  • Aggressives Verhalten anderen gegenüber, schnelles „aus der Haut fahren“
  • Fingertrommeln, Füße scharren, Zittern
  • Andere unterbrechen und nicht zuhören können
  • Unregelmäßiges Essen, mehr rauchen
  • Konsum von Alkohol und Medikamenten zur Beruhigung
  • Private Kontakte schleifen lassen
  • Weniger Sport treiben als gewünscht

Wodurch entsteht Stress?

Die Ursachen von Stress sind sowohl im sozialen Umfeld als auch in der Persönlichkeit jedes Einzelnen zu suchen. Die Spannbreite der Stressoren reicht vom täglichen Verkehrsstau oder der täglichen Bahnfahrt über das ständige Handyklingeln und die E-Mail-Flut, bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes oder eines geliebten Menschen.

Während andere Menschen schon bei kleinen Störungen im Alltag völlig gestresst reagieren, behalten die anderen stets die Ruhe. „Es sind unsere unterschiedlichen Einstellungen und Denkmuster, die uns in Stress geraten lassen – oder eben nicht“, so Sabine Horn.

Denkmuster verinnerlichen wir aufgrund unserer Erfahrungen, die wir in unseren ersten Lebensjahren gemacht haben. In der Psychologie spricht man von Inneren Antreibern oder Glaubenssätzen, die uns unter Stress setzen. Klassische innere Stressantreiber sind zum Beispiel Sätze wie diese:

  • „Es ist noch nicht genug!“
  • „Ich muss alles perfekt machen, sonst bin ich nichts wert!“
  • „Ich muss es allen recht machen, sonst werde ich nicht geliebt!“

„Solche oder ähnliche Denkmuster setzen uns massiv unter Druck und treiben uns an, weiterzumachen“, erläutert Martina Seth. "Diese erlernten Verhaltensweisen können krank machen“. Deshalb ist es wichtig, seine eigenen Antreiber zu identifizieren und abzuschwächen. Zum Beispiel mit Sätzen wie:

  • „Ich entscheide mich ganz bewusst, wann es genug ist und wo meine Grenzen liegen!“
  • „Ich bin ein wertvoller Mensch, auch wenn ich nicht alles perfekt mache!“

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