Gemeinsam kochenRan an die Töpfe!

In den meisten Familien sind Kühlschrank und Küche das Reich von Mama oder Papa. Schade! Kinder können gar nicht früh genug anfangen mitzuwerkeln

Ran an die Töpfe!
Gemeinsames Kochen stärkt den Zusammenhalt - und das Essen schmeckt umso besser. © Anna Bizon - Fotolia

Neulich im Supermarkt fragte mich mein fünfjähriger Sohn: „Mama, warum müssen wir eigentlich essen?“ Von der einfachen Antwort – weil wir Hunger haben – gelangten wir immer mehr ans „Eingemachte“: zu den Organen und Zellen, dem Stoffwechsel und der Verdauung und zu gesunden und ungesunden Nahrungsmitteln.
Rund ums Essen gibt es für Kinder viel zu entdecken: Das gemeinsame Einkaufen, Kochen, Backen und Probieren vermittelt Wissen über gesunde Ernährung von Anfang an und macht vor allem viel Spaß. Ein Marktbesuch liefert andere Eindrücke als ein Supermarkteinkauf, aber beide sind wichtig und machen unser Lebensmittelangebot aus. Genau diese Vielfalt und Abwechslung bietet auch Kindern die Möglichkeit, sich dem Thema Ernährung von verschiedenen Seiten zu nähern und einen selbstverständlichen Umgang damit zu entwickeln. Auf dem Markt kann man „Gemüse raten“ und neue Gerüche aufspüren, im Supermarkt wie ein Detektiv die Fährte von Erbsen aufnehmen: Wo und in welchem Zustand gibt es sie überall im Laden? Frisch, getrocknet, tiefgefroren oder in Dosen – mein Sohn staunt über das Ergebnis.
Auch wenn mal ein Ei auf dem Boden landet: Kochen mit Kindern lohnt sich und wer seinem Kind in der Küche etwas zutraut, wird mit leuchtenden Augen belohnt. Kinder können vom Waschen und Schneiden der Zutaten über das Kneten und Belegen von Teigen bis zum Abwischen der Arbeitsplatte viele Aufgaben übernehmen. Beim Abwiegen der Zutaten bekommen ganz nebenbei auch Zahlen und Mengen eine konkrete Bedeutung.
Ein tolles Vorbild ist es, wenn Mutter und Vater sich ums Essen kümmern, jeder auf seine Weise: Wenn Papa mit den Kindern einkaufen geht, landen andere Dinge im Wagen als bei Mama. Wenn Mama kocht, schmeckt es anders als bei Papa. In der heutigen Zeit fällt das gemeinsame Familienessen manchmal unter den Tisch. Sarah Wiener, bekannte (Fernseh-) Köchin und Gründerin der Sarah Wiener Stiftung, engagiert sich „für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen“. Gegenüber kizz sagt sie: „Wenn Kinder und Jugendliche sich selbst kein Essen zubereiten können, gehen wichtige Kompetenzen im Bereich Lebensmittelkunde, -herkunft und -zubereitung verloren, die Grundlage für ein genussvolles und gesundes Leben sind.“ Wiener betont, dass auch das Essen gelernt sein will und Kinder dies unter anderem durch Beobachtung der Erwachsenen tun. Daneben sind gemeinsame Mahlzeiten auch ein wichtiges Ritual, um jedem Familienmitglied Aufmerksamkeit zu schenken und sich gegenseitig auf den neuesten Stand in Sachen Kindergarten, Schule, Beruf oder Freizeitaktivitäten zu bringen. Auch wenn es nicht immer möglich ist, so ist es ein schönes Ziel, wenigstens eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam einzunehmen.
Bei der Einkaufstour kamen mein Sohn und ich einstimmig zu dem Schluss, dass Lebensmittel nicht nur dazu da sind, unseren Körper am Laufen zu halten, sondern dass es viel spannendes Ernährungswissen zu entdecken gibt – und dass wir uns aufs gemeinsame Zubereiten schon freuen.

kizz Elterntipp

Lecker durch die Woche

Was soll es geben?

Warum bestimmen eigentlich immer die Erwachsenen, was es zum Essen gibt? Blättern Sie doch gemeinsam in einem (Kinder-)Kochbuch und lassen die Kinder auswählen. Anschließend wird natürlich auch zusammen eingekauft und gekocht. Bastelfans können sich ein Mahlzeiten- Glücksrad entwerfen.

Selber machen

Das Kind isst zum Frühstück nur Schokoladencreme und zu „allem anderen“ Ketchup? Dann bereiten Sie Schoko-Nuss-Aufstrich, Marmeladen, Tomatenketchup oder ein Pesto doch einmal selbst zu. Rezepte gibt’s im Netz.

Gemüse verwandeln

Probieren Sie mal Nudeln aus Gemüse: Schneiden Sie Karotten mit einem Sparschäler in lange, dünne Streifen und dünsten Sie diese einige Minuten in etwas Öl und ggf. ein wenig Brühe an. Dazu gibt es die Nudelsoße wie sonst auch.

Geschmackstest

Augen zu, Mund auf: Manchmal ist es gar nicht so einfach, am Geschmack zu erkennen, was man gerade isst. Fortgeschrittene versuchen, mit verbunden Augen Gewürze und Kräuter zu identifizieren.  

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