Hilfe bei ÜbelkeitMama, mir ist schlecht ...

Nicht schon wieder! Was hilft, wenn Kinder sich regelmäßig übergeben müssen

Mama, mir ist schlecht …
Nachdem das Kind erbrochen hat, sollte es etwas trinken © SeventyFour - iStock

Vor allem kleine Kinder erbrechen sich häufig „einfach so“. Das schlaucht die Kinder und belastet die Familie – vor allem dann, wenn die Spucktüte nicht rechtzeitig zur Hand war. Reiseübelkeit ist einer der häufigsten Auslöser, aber auch Aufregung oder starke Gefühle wie Wut oder Angst können zu Erbrechen führen. Manchmal rebelliert der junge Magen gegen eine ungewohnte Erfahrung wie zu viele Gummibärchen oder ein eiskaltes Getränk. Häufig ist Erbrechen auch der Vorbote eines Infekts. Wie anfällig Kinder sind und wie häufig sie sich ohne schwerwiegenden Grund übergeben, ist ganz unterschiedlich. Doch je älter sie werden, umso seltener passiert es. Mit dem Alter reifen nicht nur der Magen und das Immunsystem, auch der Gleichgewichtssinn stabilisiert sich: Schwankende Bewegungen, zum Beispiel beim Reisen, können dann besser verkraftet werden.

Wenn der Körper durcheinanderkommt

Wenn Kinder rennen und toben, kompensiert das Auge die Bewegung, um ein stabiles Bild zu erhalten. Beim Autofahren muss dieser Sehreflex unterdrückt werden: Der Körper erfährt zwar Bewegung, doch im Inneren des Autos steht alles still. Das verwirrt die Sinne – und führt zu Reiseübelkeit. Deshalb ist es besser, wenn Kinder beim Reisen aus dem Fenster schauen, statt sich auf ein Buch oder einen Bildschirm zu konzentrieren. „Kinder ertragen es generell nur schwer, stillsitzen zu müssen“, sagt die Kinderkrankenschwester Jannie Langeler. „Beim Autofahren ist deshalb Ablenkung sehr wichtig.“ Auf den langen Autofahrten in ihr Heimatland Holland hat die Mutter ihre Kinder regelmäßig mit Singen, Geschichtenerzählen und Spielen unterhalten. „Kinder wollen Zuwendung. Wer sich übergibt, bekommt garantiert die Aufmerksamkeit der Eltern – und wenn es nur negative Aufmerksamkeit ist.“ Sie rät dazu, früh gegenzusteuern, sich möglichst neben das Kind auf den Rücksitz zu setzen und gelassen zu bleiben, wenn es doch passiert.

Ein Infekt: Alles muss raus

Auf eine sich anbahnende Erkältung oder einen anderen Infekt reagieren kleine Kinder häufig mit wiederholtem Erbrechen. Meistens geht es Mitten in der Nacht los. Wenn sich das Kind im Zwanzigminutentakt übergibt, ist die wichtigste Maßnahme, einen Eimer parat zu halten und sich in Geduld zu üben. Ein feuchter, kühler Waschlappen auf der Stirn hilft gegen Schwindel und ein Schluck Tee oder ein Bonbon gegen den schlechten Geschmack im Mund. Je kleiner das Kind ist und je länger das Erbrechen andauert, umso wichtiger ist es, auf den Flüssigkeitshaushalt zu achten: Geben Sie Ihrem Kind am besten nur schluckweise, aber dafür in kurzen Abständen kleine Mengen Wasser oder Tee zu trinken, damit es nicht austrocknet.
Erbricht sich ein Kind kurz nachdem es gestürzt ist, sollte es unverzüglich zum Arzt. Dasselbe gilt, wenn zum Erbrechen starke Bauchschmerzen oder hohes Fieber hinzukommen. Übergibt sich ein Kind regelmäßig nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel, kann eine Nahrungsmittelallergie der Grund sein.  

Tipps gegen Reiseübelkeit

  • Keine größere Mahlzeit und keine Milchprodukte vor Antritt der Reise
  • Spucktüte und Wechselkleidung bereithalten
  • Gute Ablenkung: Hörbücher und freier Blick aus dem Fenster
  • Fahrtzeiten anpassen: Ist die Reiseübelkeit morgens besonders schlimm, lange Fahrten möglichst am Abend planen
  • In der Apotheke gibt es Mittel gegen akute Reiseübelkeit, auch erhältlich als Zäpfchen oder Kaugummi
  • Schlaf schützt vor Reiseübelkeit
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