Interview mit der Leistungssportlerin"Gesunde Ernährung sorgt für Superkräfte"

kizz sprach mit Miriam Neureuther, Biathletin und Ernährungsberaterin, über ihr Bilderbuch

Gesunde Ernährung sorgt für Superkräfte
© privat

Im Buch Ixi, Mimi und das Zaubermüsli geht es um gesunde Ernährung für Kinder. Warum liegt dir das Thema so am Herzen?
Als Leistungssportlerin und Ernährungswissenschaftlerin ist man ständig mit dem Thema Ernährung konfrontiert und damit, welchen Einfluss sie auf die Entwicklung des Körpers und die eigenen Leistungsfähigkeit hat. Und als ich Mutter wurde, wollte ich natürlich noch genauer wissen, was welche Lebensmittel bei Kindern bewirken. Dieses Wissen möchte ich mit unserem Bilderbuch gerne auch an andere Eltern weitergeben.

Was möchtet ihr mit dem Buch bewirken?
Zuallererst möchten wir Kindern und Eltern zeigen, wie viel Spaß es macht, sich gesund zu ernähren und dass gesunde Ernährung quasi für Superkräfte sorgt, um die dich andere beneiden. Zum anderen möchten wir Familien natürlich auch generell für sportliche Aktivitäten und Bewegung in freier Natur begeistern. Und für die Werte, für die wir auch persönlich einstehen: Teamgeist, Freundschaft und Zusammenhalt.

Ernähren sich viele Kinder heute ungesund?
Vermutlich ist das so, ja – die Zahlen, wie viele Kinder heute übergewichtig sind, sprechen ja Bände. Verschärft wird das Ganze noch durch den Mangel an Bewegung. Wer draußen unterwegs ist statt den ganzen Tag am PC oder vor dem Tablet zu sitzen, hat gar keine Zeit, Süßigkeiten oder Chips in sich reinzufuttern.

Woran liegt das?
Zum einen wissen manche Eltern vermutlich gar nicht so genau, welche Lebensmittel gut für ihre Kinder sind. Hier ist sicher noch Aufklärungsarbeit zu leisten. Zum anderen fehlt auch vermeintlich oft die Zeit, gesunde Mahlzeiten vorzubereiten. Dabei gibt es jede Menge gesunde Gerichte, die fast so schnell zuzubereiten sind wie eine Fertigpizza im Ofen. Auch fehlt das Wissen, welchen Einfluss ungesunde Ernährung auf die Entwicklung der Kinder hat. Sobald man das den Eltern klar vor Augen führt, findet bei vielen schon ein Umdenken statt.

Ernährungsgewohnheiten entstehen in der Familie. Wie war das bei dir zu Hause?
Meine Mama hat bei meiner Schwester und mir schon von klein auf großen Wert darauf gelegt, dass wir uns gesund ernähren. Es wurde immer frisch gekocht, Brot haben wir selber gebacken und in den Pausenbrotboxen war immer viel frisches Obst und Gemüse.

Und was hast du dir für deine eigene Familie vorgenommen?
Eigentlich die gleichen Sachen, die auch meine Mama schon mit meiner Schwester und mir gemacht hat. Also gemeinsames Kochen und Backen, um Matilda den Spaß daran zu vermitteln. Allerdings hilft sie auch jetzt schon sehr gerne mit.
Ich möchte einfach ganz normal mit viel frischem Obst und Gemüse für meine Familie kochen. Es dürfen aber natürlich gern auch mal Pizza oder andere Leckereien sein – und auch mal ein Eis oder Kuchen dürfen nicht fehlen … einfach von allem etwas.
Wir versuchen, das Ganze im Gleichgewicht zu halten und in keine Richtung zu extrem zu werden. Ich möchte nicht, dass sich alles nur ums Essen dreht. Kinder sollen Kinder sein.

Ernährung ist für manche Menschen regelrecht zur Religion geworden. Kann man es auch übertreiben?
Ja, bestimmt. Wenn sich das ganze Leben nur noch ums Essen dreht und die Ernährung so was wie Ersatzreligion wird, ist defi nitiv eine Grenze überschritten. Gesundes Essen sollte Spaß machen und nicht zum Zwang werden, sonst kann sich das schnell ins Gegenteil verkehren und sogar zu ernsthaften Erkrankungen führen.

In vielen Familien gibt es Machtkämpfe rund ums Thema Essen. Habt ihr so etwas mit eurer Tochter auch schon erlebt?
Bis jetzt zum Glück noch nicht. Matilda isst eigentlich alles gerne – mal mehr von dem einen und dann wieder mehr von anderen Sachen. Aber sie liebt zum Glück Obst und auch Gemüse wie Gurken und Tomaten findet sie toll.
Sie hatte auch mal eine extreme Avocado- Phase, während der ich ihr in jedes Gericht Avocado schneiden musste, damit sie es überhaupt anrührte.

Was tun, wenn Kinder sich vor Gemüse ekeln?
Da kommt es vielleicht ein Stück weit auf die Zubereitungsweise und die Präsentation an. Kindern rational zu vermitteln, wie gesund Gemüse ist, wird in den seltensten Fällen zum Erfolg führen. Aber vielleicht schmeckt den Kleinen Brokkoli als Püree besser als einfach nur gedünstet. Oder das Gemüse wird in leckeren Bratlingen versteckt, die aussehen wie ein Burger.

Welches Essen mag deine Tochter Matilda besonders gern?
Matilda liebt Avocado-Erdbeer-Nudeln, warmen Haferflockenbrei, also Porridge, Kartoffeln aus dem Ofen und vor allem Eis.  

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