Selbstwirksam sein und handeln7-Tage-Kuren für Leiterinnen – diesmal:

Nur wer sich selbst gut führt, kann auch andere gut führen. Diese Kompetenz erfordert eine realistische Einschätzung der eigenen Selbstwirksamkeit. Die zweite 7-Tage-Kur vermittelt dazu motivierende Leitfragen sowie praktische Impulse, um die Selbstwirksamkeit noch zu stärken.

Das eigene Selbstvertrauen stärken
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Aus eigener Kraft etwas in ihrem Arbeitsumfeld bewirken zu können, ist für Kita-Leitungen sehr wichtig. Sonst wären sie nur Marionetten des Systems ohne eigenes Profil. Doch auch wenn der Träger die Leitung so nicht sieht und behandelt, sondern sie fördert, können ihrer Selbstwirksamkeit hinderliche eigene Einstellungen und Verhaltensmuster sowie Ängste und Selbstzweifel im Wege stehen. Mithilfe zielgerichteter Schlüsselfaktoren lässt sich Selbstwirksamkeit jedoch auf- und ausbauen. So können Leitungen kraftvoll arbeiten und die Gestaltung ihres Arbeitslebens selbstwirksam in die eigene Hand nehmen. Sie glauben an sich und daran, etwas bewirken zu können. Jeder Mensch hat das Grundbedürfnis danach, etwas aus sich und aus eigener Kraft zu schaffen.

Tag 1: Glaubenssätze überprüfen
Überprüfen Sie, ob Sie den folgenden Aussagen uneingeschränkt zustimmen, und falls nicht, was Sie daran hindert. Können Sie Ihre hemmenden Gedanken durch motivierende, bejahende ersetzen?

  • Wenn ich vor einem Hindernis stehe, will ich wenigstens versuchen, es zu überwinden.
  • Ich werfe mir eher vor, es nicht versucht zu haben, als möglicherweise zu scheitern.
  • Ich vertraue grundsätzlich darauf, dass ich das, was ich mir vorgenommen habe, auch schaffe.
  • Ich traue mir zu, meine größeren Ziele zu erreichen.
  • Ich glaube an mich.
  • Ich will noch etwas bewegen in diesem Arbeitsleben.
  • Ich habe die Kompetenzen und Fähigkeiten, etwas zu bewirken.

Tag 2: Mich positiv erinnern
Rufen Sie sich eine berufliche Erfahrung in Erinnerung, bei der Sie sich als selbstwirksam erlebt haben: Was haben Sie in der Situation getan, wie haben Sie über sich gedacht, wie haben Sie sich gefühlt? Was war das für ein Ergebnis, zu dem Sie gezielt beigetragen haben, und welche Wirkung hatte das (auf Sie und andere)? Welche Resonanz haben Sie erzeugt und welche Bedeutung erlebt? Analysieren Sie die Faktoren, mit deren Hilfe Sie selbstwirksam zu diesem positiven Ergebnis beigetragen haben, und überlegen Sie, wie Sie diese auch in Zukunft zielführend nutzen könnten.

Tag 3: Ermutigende Leitbilder und Leitfiguren
Welche realen Personen oder Figuren aus Kunst, Literatur oder Film beeindrucken Sie im Hinblick auf Selbstwirksamkeit? Wie agieren diese oder was stellen sie dar, wodurch sie selbstwirksam sind? Welche ermutigenden Vorbilder haben Sie für Ihre eigene Selbstwirksamkeit? Was können Sie von ihnen lernen und was konkret auf Ihr Arbeitsleben übertragen?

Tag 4: Selbstwirksamkeitsfaktoren ausbauen
Überprüfen Sie Ihre Selbstwirksamkeit im Hinblick auf die nachfolgenden Faktoren und überlegen Sie, wie Sie diese Aspekte in Ihrem Arbeitsleben Schritt für Schritt ausbauen können:

  1. Selbstvertrauen: Ich vertraue mir und meinen Leistungen. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  2. Ausdauer und Flexibilität: Ich bin diszipliniert und ausdauernd bei meiner Aufgabenerfüllung und bei Herausforderungen sowie flexibel bei der Suche nach Problemlösungen. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  3. Selbsteinschätzung: Ich schätze mich als Person sowie meine Leistungen realistisch ein. Ich kenne meine Stärken und Schwächen. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  4. Anstrengungsbereitschaft: Ich engagiere mich ernsthaft für wichtige Ziele und strenge mich an, sie auch zu erreichen. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  5. Aktivität: Ich warte weder auf bessere Zeiten noch auf irgendeine günstige Gelegenheit in der Zukunft, sondern fange jetzt an. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  6. Zielsetzung: Ich setze mir Ziele im Einklang mit mir als Person und gemäß meiner Fähigkeiten und Kompetenzen. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  7. Zeitmanagement: Ich verfüge über ein gutes Zeitmanagement. Ich verstehe es, Prioritäten zu setzen und Wesentliches von Unwichtigem zu unterscheiden. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  8. Scheitern: Wenn ich Niederlagen und Rückschritte erlebe, lerne ich daraus und gebe nicht auf. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  9. Motivation: Ich kann mich immer wieder gut selbst motivieren und mir (neue) Ziele setzen. Wenn dem nicht so ist, hilft mir in nächster Zeit Folgendes: ...
  10. Freude: Ich erlebe Freude und Zufriedenheit durch selbstwirksames Handeln im Beruf. Wenn dem nicht so ist, hilft mir nächster Zeit Folgendes: ...

Tag 5: Sinnsuche und Sinnfindung
Um in Ihrer Tätigkeit Sinnhaftigkeit zu erleben, müssen Sie die größeren Handlungszusammenhänge Ihrer Rolle und Aufgabenerfüllung kennen, verstehen und sich selbst darin verorten. Das schützt Sie in Zeiten emotionaler Belastung. Anstatt sich in eine Opferrolle zu fügen, können Sie als Leitung Selbstwirksamkeit erleben, wenn Sie im Vertrauen auf Ihre Stärken und Ressourcen Herausforderungen annehmen und kompetent bewältigen. Wenn Sie erfahren, dass Ihr Handeln positive Ergebnisse bewirkt und Probleme es wert sind, angegangen zu werden, weil Sie für sich und Ihr Team Verbesserungen erreichen können, erleben Sie Ihre Leitungstätigkeit als sinnerfüllt. Sie kennen es von Tag 4: Wenn dem nicht so sein sollte, überlegen Sie, weshalb das so ist und welchen Einfluss Sie auf die Hindernisse nehmen können, damit sich Ihr Job nach Ihren Wünschen entwickelt. Hinterfragen Sie, ob eventuell auch strukturelle Probleme dem Sinnerleben in Ihrer Arbeit entgegenstehen oder Sie (zu stark) in Ihrer Wirksamkeit als Leitung beschränken. Wenn sich daran gar nichts ändern lässt, wäre es sicher besser, Ihre Sinnerfüllung an einem anderen Arbeitsplatz zu suchen.

Tag 6: Irrtümer ausräumen
Räumen Sie mit falschen Vorstellungen von Selbstwirksamkeit auf. Dazu gehören:

  • Ich muss alles allein schaffen.
  • Ich bin nur selbstwirksam, wenn ich erfolgreich bin.
  • Wenn ich eine Entscheidung getroffen habe, muss ich um jeden Preis daran festhalten. Die Rücknahme einer Entscheidung ist Ausdruck von Schwäche.
  • Ich halte mich lieber zurück, als etwas Falsches zu sagen.
  • Ich kann gut „zwischen den Zeilen lesen“ und erahne, was andere denken und fühlen. Meistens brauche ich deshalb auch kein direktes Gespräch.
  • Ich kann alles erreichen, wenn ich nur will.

Tag 7: Selbstwirksamkeitserwartung befördern
Überprüfen Sie, welche Ihrer Stärken und Fähigkeiten Sie in der zurückliegenden Arbeitswoche wirkungsvoll einsetzen konnten. Wenn Ihnen der Zeitraum zu kurz erscheint, nehmen Sie den letzten Monat. Was haben Sie in der letzten Zeit aus eigener Kraft gestaltet und/ oder umgesetzt? Wann und wofür haben Sie sich selbst wertgeschätzt oder Anerkennung von anderen erhalten? Was gelingt Ihnen derzeit bei der Arbeit, obwohl es eine Reihe von Problemen und Herausforderungen gibt? Wenn Sie die Schwierigkeiten mal außer Acht lassen: Was macht Ihre tiefere Motivation aus und wie fühlen Sie sich dabei? Wann, wo und wie können Sie Ihre Selbstwirksamkeit erkennen und fördern?  

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