LeitartikelVon nahem und fernem Leid

Wenige Tage, nachdem das ganze Ausmaß der Verheerung durch das Seebeben vor Sumatra erkennbar geworden war, und die Opferzahlen sich täglich um einige Tausend erhöht hatten, wagten sich Kirchenvertreter, Politiker und professionelle Kommentatoren, von einer großen Hoffnung zu sprechen: Dass es im Angesicht des Schreckens und unermesslichen Leids so etwas gebe wie die Anfänge einer weltweiten Solidarität. Denn die Flutwelle hat zugleich eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft rund um die Erde ausgelöst, eine Hilfsaktion, wie sie die Welt bislang nicht erlebt hat.Zuallererst ist diese Welle der Spenden- und Hilfsbereitschaft ein Beleg der weit fortgeschrittenen Globalisierung unserer immer kleiner werdenden Welt. Im Zeichen der Globalisierung verändert sich unser Verständnis von Solidarität. Es sind in diesen Tagen aber gerade die Profis der Hilfsbereitschaft, die vor allzu großer Euphorie über die neue weltweite Solidarität warnen. Die Solidarität mit den Flutopfern mag derzeit gewaltig sein, aber lässt sich daraus eine grundsätzlich neue Haltung gegenüber den Ärmsten der Welt ableiten?

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