Hammer, Säge, FeileDen Werkraum einrichten und ausstatten

Werkzeuge und deren Handhabung kennenlernen und eigene Werkstücke anfertigen – dafür braucht es einen gut ausgestatteten Werkraum. Worauf es bei diesem ankommt, fasst unser Autor zusammen.

Hammer, Säge, Feile
© Joachim Scherer

Dem Werken mit Kindern kommt eine immer größere Bedeutung zu, um es ihnen zu ermöglichen, handwerkliche Grundkenntnisse zu erwerben. Hierfür bedarf es einer gut durchdachten und strukturierten Ausstattung des Werkraums sowie einer altersangemessenen Begleitung der Kinder durch die pädagogische Fachkraft.

Sicherheitshinweis!

  • Führen Sie die Kinder in die sichere Handhabung der Werkzeuge ein.
  • Beachten Sie die Aufsichtspflicht.
  • Halten Sie jederzeit einen Erste-Hilfe-Kasten bereit.

Grundausstattung für den Werkraum

Sägen

  • 1 PUK Säge mit Griff und Sägeblättern für Holz sowie Metall
  • 1 Fuchsschwanzsäge
  • 1 Feinsäge
  • 1 Bügelsäge
  • Laubsägen (grob und fein)

Hämmer

  • in den Gewichten 150 g und 250 g,
  • jeweils 3

Zangen

  • Beißzangen (groß und klein)
  • Flachzangen
  • Rohrzangen
  • Rundzangen
  • Seitenschneider

Bohrer

  • Handvorbohrer (klein, mittel und groß)
  • Handbohrer in den Stärken 3 mm, 4 mm und 5 mm

Zwingen

  • z. B. Schraub-, Klemm- und Federzwingen, jeweils 3 in den Größen 200 mm und 30 mm

Feilen

  • 3 Feilen (halbrund)
  • mehrere Schlüsselfeilen für feines Arbeiten

Sonstiges

  • Schraubendreher für verschiedene Schraubenprofile (klein und mittelgroß)
  • Raspeln (halbrund)
  • Schnitzmesser
  • Schleifpapier in der Körnung 100
  • Winkel und Lineale
  • Stifte und Papier

Werkzeug für Erwachsene

  • 1 Akkuschrauber
  • 1 Stichsäge mit Pendelhub
  • 1 Stechbeitel
  • 1 Stichel
  • 1 Hobel
  • ggf. 1 kleine Kreissäge

Minimalausstattung

Um direkt mit dem Werken beginnen zu können, bieten sich die folgenden Werkzeuge und Materialien an:

  • 1 Hammer und Nägel
  • 1 PUK Säge
  • 1 Schraubstock in mittlerer Größe
  • 2 Schraubzwingen
  • 1 Raspel, 1 Feile und Schleifpapier
  • Leim und Pinsel
  • 1 Tisch in geeigneter Arbeitshöhe für Kinder

Materialsammlung zum Werken

  • Holzstücke, z. B. aus Nadelholz
  • Holzplatten, z. B. alte Regalböden
  • Bretter in den Breiten 10 mm, 15 mm und 20 mm und in der Stärke 20 mm
  • Brettchen in der Breite 8 mm und Stärke 10–12 mm
  • Kanthölzer, ca. 5 x 5 cm groß
  • Bohlenstücke
  • Sperrholz, z. B. aus Pappel oder Birke, in der Stärke 6–8 mm
  • Dübelstangen in den Stärken 5 mm, 6 mm und 8 mm
  • Astholz, z. B. aus Haselnuss und Birke, in verschiedenen Stärken
  • Obstkisten und Korken
  • gemischte Holzreste, Räder und Holzperlen
  • Schrauben, z. B. Holzschrauben mit Senkkopf und Kreuzschlitzprofil in den Maßen 25 x 3 mm, 35 x 3 mm, 45 x 4 mm, 55 x 4 mm und 60 x 5 mm
  • Nägel in den Längen 20–60 mm sowie 80 mm und 100 mm
  • Unterlegscheiben in den Größen 4–6 mm
  • (Holz-)Leim in Tuben und zum Pinseln, wasserlöslich und wasserfest
  • Stoffreste
  • Aufbewahrungsmöglichkeiten für Holz, z. B. Kisten, Körbe und Wannen

Materialbeschaffung

  • Sperrmüll (unbehandeltes Holz und kein Pressspan)
  • Tischlerei und Zimmerei (für Holzreste)
  • Sägerei, Holzhandel und Baumarkt
  • Lebensmittelgeschäfte (z. B. für Obstkisten)
  • Eltern

Einrichtung des Werkraums

  • 1 stabile, höhenverstellbare Werkbank für Kinder (ca. 59 cm hoch)
  • 1 Werkbank für Kinder mit Schraubstock, um Werkstücke zu fixieren
  • jeweils 1 Arbeitstisch für Kinder und Erwachsene

Werkzeuge sinnvoll platzieren und präsentieren

Platzieren Sie das Werkzeug für die Kinder gut erreichbar und präsentieren Sie es strukturiert, indem Sie ein offensichtliches, für Kinder nachvollziehbares Ordnungssystem schaffen. Bewahren Sie gefährliches Werkzeug, wie z. B. Schnitzmesser und Bohrer, für Kinder unzugänglich auf. Stellen Sie den Kindern im Werkraum zudem ausreichend Platz zur Verfügung, um angefangene Werkstücke aufzubewahren und an diesen weiterzuarbeiten.

Altersangemessene Begleitung und Unterstützung

Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte im Werkraum ist es, eine anregende und durchdacht vorbereitete Arbeitsumgebung zu schaffen und Kinder in ihren schöpferischen Prozessen zu begleiten. Sie ermöglichen es ihnen, eigene Ideen zu entwickeln und selbst gesteckte Ziele auf ihrem individuellem Weg zu verwirklichen. Mit Blick auf die Kinder kommt es dabei darauf an,

  • Wissen aus erster Hand zu erlangen,
  • eigenständig und im individuellen Tempo
  • aktiv zu sein und
  • Fehler machen zu dürfen.

Die pädagogische Fachkraft ist auch für die Sicherheit verantwortlich (s. Sicherheitshinweis). Sie stellt dem Kind das nötige Werkzeug bereit und führt es in dessen sichere Handhabung ein. Wichtig ist bspw.: Die Hand, die kein Werkzeug führt, sollte beim Sägen mind. 10 cm vom Werkstück entfernt sein. Aus eigener Erfahrung ist vom Tragen von Handschuhen eher abzuraten, da diese das Fingerspitzengefühl und damit die sichere Handhabung des Werkzeugs beeinträchtigen könnten. Eine Schutzbrille bietet sich bspw. an, wenn die Kinder Steine bearbeiten und dabei Splitter entstehen können.

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