Krieg um KarabachExodus im Südkaukasus: Was wird aus den Kirchen?

Jasmine Dum-Tragut von der Universität Salzburg befürchtet, dass jetzt zahlreiche alte Kirchen und Klöster zerstört werden könnten.

Im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach sind die Kampfhandlungen beendet. Zahlreiche armenische Christen verlassen die Gebiete, die seit der Christianisierung im vierten Jahrhundert Zentrum ihres Glaubens waren und jetzt Aserbaidschan zugesprochen wurden. Jasmine Dum-Tragut, Leiterin des Zentrums zur Erforschung des Christlichen Ostens an der Universität Salzburg, befürchtet, dass dort jetzt zahlreiche alte Kirchen und Klöster zerstört werden könnten. „Die armenische Kirche in Karabach galt als Drehscheibe religiösen und kulturellen Lebens“, schreibt sie in der österreichischen Wochenzeitung „Die Furche“.

Allerdings machte sich die Kirche auch selbst zur Zielscheibe, weil sie aktiv in den Konflikt eingriff. Priester segneten Waffen und zogen teils selbst in den Kampf. „Bewaffnete Priester sind nichts Außergewöhnliches in der armenischen Geschichte“, so Jasmine Dum-Tragut. Schon in der Schlacht zwischen Armeniern und Persern wurde das Bild des „kämpfenden Geistlichen mit Kreuz und Schwert in Händen“ geprägt.

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