Gerhard BauerLeid und Solidarität

Leiden macht verletzlich, damit aber oft auch sensibler für das Leiden anderer: Es kann uns einen anderen Blick dafür geben, wo Not ist. Es schafft eine eigentümliche Solidarität. Wenn es kollektive Unheilszusammenhänge gibt, gibt es auch unsichtbare Fäden des Heils. Für Paulus gilt der Grundsatz: „Wenn darum ein Glied im großen ‚Leib Christi‘, zu dem wir gehören, leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit.“

Es ist erstaunlich, wie in Katastrophensituationen, etwa bei Überschwemmungen, fremde Menschen spüren, dass sie helfen müssen, darunter viele, die der Kirche eher fernstehen. Neues Füreinander entsteht.

Gerhard Bauer in: „Das Kreuz mit dem Kreuz. Meditationssplitter zu einem Lebensthema“ (Verlag Neue Stadt, München 2018)

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