GedenkenDie Vergangenheit

In vielen Mahnreden wird die Gesellschaft aufgefordert, aus der Geschichte zu lernen. Diese „Rituale“ hat der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht in der „Neuen Zürcher Zeitung“ kritisch hinterfragt: „Mittlerweile ist der Anspruch, aus der Vergangenheit lernen zu können, zu einem Motiv von Sonntagmorgen-Veranstaltungen verkommen, bei denen Sekt mit Orangensaft und viel guter Wille zur Ethik gereicht werden. Hingegen will sich kein … Politiker und kein Investmentbanker mehr an historischem Wissen orientieren. Diese Entwicklung hat sicher auch mit der überwältigenden Fülle von Dokumenten aus der Vergangenheit zu tun, die uns allen … problemlos zugänglich geworden ist. So überschwemmt die Vergangenheit gleichsam unsere Gegenwart, und wir verarbeiten sie in einer gegen unendlich gehenden Zahl von Gedenktagen, die mittlerweile längst die Zahl der Heiligen im Kalender des Kirchenjahrs überbietet.“

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