Stadt ohne Auto?

Die Diskussion über Fahrverbote und Schadstoffgrenzwerte in Folge des Dieselskandals greift nach Ansicht der „Frankfurter Allgemeinen“ zu kurz. „Mit Unterscheidungen zwischen Diesel und Benzin, Feinstaub und Stickstoff sowie Kohlendioxid redet man nur am eigentlichen Problem vorbei: dem Individualverkehr“, schreibt der Kulturjournalist Edo Reents. Fortschrittliche Städte wie Paris und Kopenhagen hätten begriffen, dass diese Art der Fortbewegung ein „verheerender Irrweg“ sei. Hierzulande werde jedoch mit „Halsstarrigkeit“ am privaten Autoverkehr festgehalten. Die Verantwortlichen würden selbst die Gesundheit der Bevölkerung als etwas Nachrangiges betrachten. Zwar seien Ausnahmegenehmigungen für Berufspendler oder Gewerbetreibende sinnvoll, so Reents. Aber: „Alle anderen sollte man unter Rechtfertigungsdruck oder besser noch -zwang setzen, wenn sie es schon selbst nicht tun: Ist wirklich jede Fahrt nötig? Kann man öffentliche Verkehrsmittel nutzen?“ Das eigene Auto dürfe nicht länger „wie ein Fetisch“ beworben werden. Man müsse sich dagegen „dessen Leib und Leben gefährdendes Potenzial“ bewusst machen.

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