FalzKünstler gegen Präsident in Nigeria

Eine fiktive Hinrichtung, eine Dämonenaustreibung in einer Kirche, immer wieder tanzen junge verschleierte Frauen durchs Bild – das Video „This is Nigeria“ (Das ist Nigeria) des nigerianischen Künstlers Falz fasst in wenigen Minuten den anstrengenden und zermürbenden Alltag in dem westafrikanischen Staat zusammen. Der Rapper erwähnt Korruption, Kriminalität und auch die muslimischen „Fulani, die Menschen abschlachten“. Mit dem Video, das bereits dreizehn Millionen mal auf YouTube aufgerufen wurde, geht Falz auch auf den Konflikt zwischen Farmern und Fulani-Viehhirten in Zentralnigeria ein, der – so Amnesty International – zusammen mit Terroranschlägen von Boko Haram seit Jahresbeginn weit über tausend Todesopfer gefordert hat.

Seit Monaten kritisieren Schriftstellerinnen, Sängerinnen und andere nigerianische Künstler den Präsidenten Muhammadu Buhari und fordern ihn zum Handeln auf. Die Verbesserung der Sicherheitslage stand neben der Bekämpfung von Korruption im Zentrum von Buharis Wahlkampagne vor drei Jahren. Die „Organisation für Rechte von Muslimen in Nigeria“ forderte, das Video aus dem Netz zu nehmen, denn Muslime würden darin einseitig als Übeltäter präsentiert und Christen als Opfer.

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