AlbanienMutter Teresa, die „Ungläubige“

Radikale Muslime haben damit begonnen, gegen die christliche Albaner-Minderheit in Mazedonien zu hetzen. Sie haben sich dabei als symbolischen Gegner eine prominente albanischstämmige Person ausgesucht: Mutter Teresa, die im heute mazedonischen Skopje geboren wurde, das seinerzeit unter osmanischer Herrschaft stand. Ihr Denkmal in Skopje wurde wiederholt beschmiert. Plakate tauchten auf, die den Abriss des Mutter-Teresa-Hauses sowie das Ende des Kults um diese „Ungläubige“ verlangen. Nur eine muslimische Albanerin sei eine wahre Albanerin.

Die Journalistin Arbana Xharra und ihr Kollege Xhelal Neziri scheinen den Urhebern auf die Spur gekommen zu sein, wobei die Agitation gegen Mutter Teresa nur die Spitze einer Kampagne ist, die angeblich schon seit Jahren läuft. Im Untergrund sei Propagandamaterial gegen die albanischen Katholiken, aber auch gegen Orthodoxe, verteilt worden. Die Machwerke sollen von der türkischen Botschaft und von türkischen Auslandsschulen kommen. Diplomaten und Lehrern aus Ankara sei es gelungen, die Medien und Parteien zu unterwandern. Der Islam werde als einzig angestammte Religion der Albaner und der türkische Präsident Erdogan als deren eigentlicher politischer Führer verkündet, meldet die Katholische Nachrichten-Agentur. Das Ziel sei die Re-Islamisierung und Re-Osmanisierung Südosteuropas unter albanischer Führung und türkischer Oberhoheit.

Kein Medium in Mazedonien habe es gewagt, die journalistische Recherche zu veröffentlichen. Daraufhin sei das Material der griechischen Zeitung „Kathimerini“ zugespielt worden. Auch das Zentrum für globale Angelegenheiten der New Yorker Universität hat die Informationen verbreitet.

Anzeige
Anzeige: Schweigen von Klaus Berger

Der CiG-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen CIG-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.