FeiertageReformation für alle

Der Reformationstag, der nun auch in Niedersachsen gesetzlicher Feiertag ist, soll kein Tag der Kirchenspaltung sein. Darauf hatte der hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister schon im Vorfeld der Abstimmung im Landtag hingewiesen. In den vergangenen Jahren hätte sich eine Fülle positiver Beziehungen zwischen evangelischer und katholischer Kirche entwickelt. Auf diesem Weg wolle man weitergehen. Nach der Abstimmung erklärte Meister, Niedersachsen bekomme einen Feiertag, „der in seiner Gestaltung herausfordernd ist und große Chancen bietet, aber auch unbequem sein kann“.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sprach sich ebenfalls für den Reformationstag aus. Dieser könne „Religionen und Konfessionen verbinden wenn man ihn richtig nutzt“, erklärte er der „Neuen Presse“. Er sei ein Angebot an Juden, Christen und andere, „gemeinsam der Werte zu gedenken, die wir mit der Aufklärung verbinden“. Wenn ein Mitwirken an der Gestaltung des Feiertags gewünscht werde, sei die katholische Kirche gerne in „ökumenischer Verbundenheit“ zu Gesprächen bereit, sagte der Leiter des katholischen Büros, Felix Bernard.

Der 31. Oktober war von Ministerpräsident Stephan Weil vorgeschlagen worden. Zur Wahl für einen zusätzlichen Feiertag standen auch der Buß- und Bettag, der Internationale Frauentag am 8. März und der Europatag am 9. Mai. Die Feiertagsfrage wurde kontrovers diskutiert. Die katholische Kirche und die jüdischen Gemeinden hatten sich ablehnend geäußert, da der Tag an die Kirchenspaltung sowie an die antisemitischen Schriften Luthers erinnere. Die Theologin Margot Käßmann sagte dagegen, an dem Tag könnten auch die Veränderungen in der evangelischen Kirche und ihrem Verhältnis zum Judentum thematisiert werden: „Feiern heißt ja nicht jubeln und auf dem Tisch tanzen, sondern auch nachdenken, weiterlernen, diskutieren.“

Der Reformationstag ist gesetzlicher Feiertag in Ostdeutschland außer in Berlin. Schleswig-Holstein und Hamburg hatten den 31. Oktober bereits im Februar zum Feiertag erklärt.

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