Christliche PublizistikKritisch aus Verbundenheit mit der Kirche

Aus seiner religiösen Orientierung hat der kürzlich im Alter von 83 Jahren verstorbene österreichische Journalist Hubert Feichtlbauer nie einen Hehl gemacht. Die Zuschreibung „katholischer Publizist“ störe ihn „überhaupt nicht“, erklärte er in einem seiner letzten Interviews. Das bedeutet, „sich einem katholischen Menschen- und Weltbild verpflichtet zu fühlen. Ich habe gar nicht den Ehrgeiz, mich da abzugrenzen und zu sagen: a bisserl katholisch, a bisserl liberal, a bisserl von diesem und jenem.“

Im CIG-Buch „Mehr Himmel wagen“ (1999) schrieb Feichtlbauer: Die Kirche ist „auch eine Institution dieser Welt, und als solche braucht sie, was sie mit Recht (und Erfolg) aller Welt predigt: Subsidiarität, Arbeits- und Gewaltenteilung… Eine maßvolle Dezentralisierung wird kommen.“

Feichtlbauer verstand sich als Wachrüttler, als Bewahrer der Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils. In dieser Funktion diente er der Kirche mit einer ehrlichen Kritik, die „nicht aus Verbitterung, sondern aus tiefer Loyalität und Verbundenheit kam“, würdigte der Wiener Kardinal Christoph Schönborn den Verstorbenen, der unter anderem Chefredakteur der Wiener Tageszeitung „Kurier“ sowie der Wochenzeitschrift „Furche“ und Vorsitzender der Bewegung „Wir sind Kirche“ war. 2010 wurde er in die „Klasnic-Kommission“ zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der österreichischen Kirche berufen.

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