Übungen des täglichen Lebens - Teil 3Pflanzenpflege & Höflichkeitsformen

Im dritten Teil der Montessori-Reihe zu den Übungen des täglichen Lebens stellen wir Ihnen Impulse aus den Bereichen Pflege der Umgebung und Übungen der sozialen Beziehungen vor.

Pflanzenpflege und Höflichkeitsformen
© Natalie Rahm

Soziale Umgangsformen erlernen und anderen Lebewesen wertschätzend begegnen, das können schon die Jüngsten. Mit Übungen zur Blumen- und Pflanzenpflege übernehmen die Kinder Verantwortung für ihre Umgebung. Mit spielerischen Impulsen zur respektvollen Kommunikation erfahren Kleinkinder, was es heißt, anderen tolerant und freundlich gegenüberzutreten.

Pflanzenpflege

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • kleine Gießkanne
  • Wanne mit Wasser
  • Sprühflasche
  • Blumen und andere Pflanzen
  • Lappen

VORBEREITETE UMGEBUNG:

Alle Blumen und Pflanzen sollten für die Kinder gut erreichbar sein, damit sie diese jederzeit selbstständig gießen und pflegen können. Das kann im Gruppenraum die niedrige Fensterbank oder ein kleiner Tisch sein und im Außengelände ein eigenes Beet.
Das benötigte Zubehör sollte frei zugänglich sein und an einem festen Platz aufbewahrt werden. Das bietet den Mädchen und Jungen Orientierung und Struktur und erleichtert das Aufräumen am Ende der Übung. Achten Sie darauf, dass Gießkanne und Sprühflasche immer mit Wasser gefüllt sind.

SO WIRD’S GEMACHT:

Erläutern Sie den Kindern, dass Pflanzen Wasser benötigen, um zu gedeihen. Gießen Sie zunächst selbst eine der Pflanzen und zeigen Sie, wie viel Wasser diese braucht. Um den Umgang mit der Sprühflasche zu demonstrieren, besprühen Sie eine Pflanze mit Wasser. Säubern Sie große Blätter mit dem Lappen, um angesammelten Staub zu entfernen. Geben Sie den Kindern nun Raum und Zeit, um selbst aktiv zu werden.

Tipp: Machen Sie das Gießen zu einem Ritual und visualisieren Sie im Gruppenraum, welches Kind wann an der Reihe ist.

Wildblumen-Tablett

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • Plastiktablett
  • verschiedene Blumen
  • Glaskrug mit Wasser
  • Vasen aus Glas
  • Lappen
  • Kinderschere

VORBEREITETE UMGEBUNG:

Gehen Sie gemeinsam auf Entdeckungstour in die Natur. Betrachten Sie z. B. auf einer nahe gelegenen Wiese die verschiedenen Blumen und schaffen Sie hierbei Sprachanlässe: Wie sehen die Blumen aus? Wie riechen die Blumen? Pflücken Sie zum Abschluss gemeinsam einige Stängel ab. Platzieren Sie im Vorfeld dieser kleinen Exkursion eine Vase aus Glas und einen Glaskrug mit Wasser auf einem Tablett. Nach der Rückkehr geben Sie die gepflückten Wildblumen ebenfalls auf das Tablett. Legen Sie außerdem eine Schere und einen Lappen bereit.

SO WIRD’S GEMACHT:

Werden Sie zunächst selbst aktiv: Füllen Sie das Wasser aus dem Glaskrug in die Vase. Beim Umfüllen gehen ein paar Tropfen daneben? Macht nichts! Zeigen Sie, dass sich verschüttete Tropfen ganz einfach mit dem Lappen aufwischen lassen. Kürzen Sie nun die Stängel der Blumen mit einer Schere und stellen Sie die Blumen in die Vase. Erläutern Sie, dass die Blumen das Wasser besser aufnehmen, wenn sie zuvor angeschnitten werden. Nun dürfen die Mädchen und Jungen nach und nach einzeln aktiv werden. Bereiten Sie hierzu das Tablett erneut vor.

Höflichkeitsformen

Hierbei ist Ihre Vorbildfunktion von zentraler Bedeutung, denn die Mädchen und Jungen beobachten genau, wie Sie mit anderen Menschen umgehen und sprechen. Kinder schauen sich Verhaltensweisen ab, verinnerlichen diese für sich selbst und kommunizieren dann auf die gleiche Weise mit anderen Menschen. Oft spielen junge Kinder beobachtetes Verhalten oder Situationen auch in Rollen spielen nach.
Die Begrüßung am Morgen: Empfangen Sie möglichst jedes Kind persönlich, wenn es gebracht wird, und begrüßen Sie dabei alle anwesenden Personen in einem freundlichen Ton und immer mit direktem Blickkontakt.
Bitte und Danke: Fordern Sie die Kinder nicht direkt dazu auf, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, sondern verwenden Sie die Wörter möglichst oft selbst. Durch einfache Übungen können Sie die Kinder dabei unterstützen, die gewünschten Umgangsformen automatisch und oftmals unbewusst zu verinnerlichen.

Das Wäscheklammer-Spiel

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • Wäscheklammern in verschiedenen Farben

SO WIRD’S GEMACHT:

Versammeln Sie die Kinder in einem Kreis und legen Sie verschiedenfarbige Wäscheklammern in die Mitte. Bitten Sie die Kinder der Reihe nach, Ihnen eine bestimmte Wäscheklammer zu bringen. Betonen Sie dabei die Farbe der Wäscheklammer. Bedanken Sie sich nach Erhalt dafür. Gehen Sie bei dieser Aktion individuell auf die Kinder und deren Entwicklungsstand ein. Bitten Sie z. B. die älteren Kinder, Ihnen mehrere unterschiedliche Wäscheklammern (zwei rote, eine grüne, eine gelbe) zu bringen. Die jüngsten Krippenkinder holen eine beliebige Wäscheklammer. 

Lassen Sie die Kinder im nächsten Schritt in Ihre Rolle schlüpfen: Animieren Sie die Jüngsten dazu, sich gegenseitig eine Wäscheklammer zu bringen. Die Mädchen und Jungen ahmen mit der Zeit Ihr Verhalten und Ihre Ausdrucksform nach und wenden so ganz automatisch „Bitte“ und „Danke“ an.
Gemeinschaftsaktionen ermöglichen es den Kindern, sich auf besondere Weise zu begegnen und in Interaktion zu treten. Durch einfache Übungen im Alltag können Sie den Kindern spielerisch näherbringen, was es bedeutet, gemeinschaftlich Verantwortung zu übernehmen.

Gemeinsam etwas bewegen

BENÖTIGTE MATERIALIEN:

  • Lappen oder Staubtücher

SO WIRD’S GEMACHT:

Stauben Sie in einer Gemeinschaftsaktion das Gruppenzimmer ab. Geben Sie dazu jedem Kind einen Lappen oder ein Staubtuch. Animieren Sie die Kinder nun dazu, die Möbel und Spielmaterialien in einem bestimmten Bereich des Raumes abzustauben. Begutachten Sie nach Beendigung der Aktion, was Sie gemeinsam geschafft haben und wie sauber nun alles ist. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die Motivation für weitere Aktionen.

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