KinderernährungBreikost ade

Eine Nudel hier, ein Stück Käse da. Der Übergang zur Familienkost verläuft bei den meisten Kindern fließend. Anbieten, aber nichts erzwingen, lautet die Devise für Eltern

Breikost ade
Der Übergang zur festen Kost eröffnet neue Geschmackserlebnisse. © Corbis

Jedes Baby hat sein eigenes Tempo, wenn es darum geht, sich endgültig von Flasche und Brei zu verabschieden. Ab dem Alter von zehn bis zwölf Monaten kann es theoretisch mitessen, was bei den anderen Familienmitgliedern auf dem Speiseplan steht. Vom Hochstuhl aus genießt das Kind jetzt die Geselligkeit am Familienesstisch und erobert sich nach und nach neue Geschmackswelten – Nudeln, Reis, Brot, Obst und Gemüse in allen Variationen. Vorsicht ist nur bei rohen tierischen Lebensmitteln wie Mettwurst oder Rohmilch geboten: Diese können Keime enthalten, gegen die die kindlichen Abwehrkräfte noch nicht ausgebildet sind. Laut dem Bundesinstitut für Risikoforschung sollten Eltern von Kleinkindern daher ganz auf die Gabe dieser Produkte verzichten. Erhitzte Wurst- und Käsesorten sind aber erlaubt.

Das ideale Getränk ist Wasser, rund 600 Milliliter täglich. Kinder trinken nun besser aus einem Becher als aus dem Fläschchen, vor allem wenn sie zuckerhaltige Getränke wie Säfte bekommen.

Wie ist der Zahnstatus?

Kleine harte Lebensmittel wie Nüsse, rohe Karotten- oder Kohlrabistücke sind für „Anfänger“ riskant, da diese leicht in die Luftröhre geraten können. Erst wenn das Kind richtig kauen und schlucken kann, sind auch solche Lebensmittel kein Problem mehr. Doch die Milchbackenzähne brechen meist erst mit eineinhalb Jahren durch. Bis zu diesem Zeitpunkt sollten die Mahlzeiten zerdrückt oder in kleinen Häppchen angeboten werden.

Am einfachsten ist es, ein neues Lebensmittel immer in Kombination mit einem vertrauten einzuführen. Zu viele neue Geschmacksrichtungen auf einmal überfordern ein Kind womöglich. Viel Salz und scharfe Gewürze sind dabei für Kleinkinder tabu: Am besten kochen Eltern die Gerichte zunächst etwas zu fad und zweigen dann vor dem Abschmecken eine Portion für das Kind ab. (Frische) Kräuter können schrittweise zugefügt werden. Von den speziellen Kindernahrungsmitteln, die sich immer häufiger in den Supermarktregalen finden, raten Experten ab. Diese bringen keine gesundheitlichen Vorteile und können die Geschmackswahrnehmung der Kinder einschränken.

Im Alter von rund 18 Monaten lernt das Kind, neben dem Löffel auch mit der Gabel umzugehen (Unfälle mit stumpfen Kindergabeln sind extrem selten!). Doch die Einjährigen dürfen beim Essen ruhig auch etwas experimentieren, etwa mit den Fingern essen. Denn es macht ihnen Freude, die noch unbekannten Speisen mit allen Sinnen zu erkunden. Was für uns nach Matscherei aussieht, bedeutet für Kinder zu lernen, mit Genuss zu essen. Wenn jedoch nur noch das Spiel mit dem Essen (werfen, schmieren …) und nicht mehr der Appetit im Vordergrund steht, ist es Zeit, die Mahlzeit zu beenden.

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