Artenreiche Tierchen unter die Lupe nehmenDas große Krabbeln

„Guck mal da!“ Insekten machen die Wiese lebendig. Wir machen uns auf in die große Welt der kleinen Tiere

Das große Krabbeln
Die Wiese lebt! Und das ist gut so, denn ein Lebensraum ohne Insekten würde bedeuten: kein Honig, keine Früchte, kein Nährstoffkreislauf © Corbis

Das kitzelt auf meiner Hand!“ Für Kinder ist die Begegnung gerade mit den kleinsten Tieren meist ein aufregendes Erlebnis. Zwischen all den Bienen, Schmetterlingen, Heuschrecken, Käfern und Ameisen ist es jedoch gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Dabei haben alle Insekten ein paar unverwechselbare Gemeinsamkeiten: Sechs Beine und sogenannte Facettenaugen. Außerdem sind ihre Körper gut sichtbar in drei Teile aufgeteilt (Kopf, Brust und Hinterleib). Vom 0,5 Millimeter kleinen Zwergkäfer bis zur 35 Zentimeter langen Stabheuschrecke sind alle Größen vertreten.

Tiere mit Berufung

Obwohl sie uns häufig nur klein, unscheinbar oder unbedeutend vorkommen, spielen Insekten eine entscheidende Rolle. Indem sie Blüten bestäuben, tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen und zur Fruchtbildung bei. Für viele Tiere sind sie eine wichtige Nahrungsquelle – Vögel etwa sind gerade bei der Aufzucht ihrer Jungen auf das tierische Eiweiß der Insekten angewiesen. Darüber hinaus sorgen sie als natürliche Müllabfuhr für Ordnung: Sogenannte Destruenten, wie Regenwürmer, Springschwänze oder Milben, arbeiten gefallenes Laub und totes Holz wieder in die Erde ein. Hier übernehmen dann Pilze und Bakterien das weitere Recycling und führen so dem Boden wichtige Nährstoffe zu.

Beobachtungen in freier Wildbahn

Wer sich am Alltag der Krabbeltiere erfreuen möchte, kann dabei vieles lernen. Insekten sind grundsätzlich so gut wie überall zu finden, ob in der Luft, zu Wasser, im Erdboden, unter der Baumrinde oder im Gras. Doch nicht überall bekommen wir die Nützlinge zu Gesicht. In einem naturnahen Lebensraum – mit vielen verschiedenen Pflanzen, schützenden Hecken, Wasserstellen und Reisig- oder Totholzhaufen – herrscht grundsätzlich eine höhere Artenvielfalt. Auch bei der Gartenund Balkongestaltung können Hobby-Entomologen (Insektenforscher) übrigens auf insektenfreundliche Bedingungen achten.

Zur Beobachtung braucht der Laie zuerst einmal eine gute Lupe. Um die Insekten zu fangen, eignen sich auch Becherlupen. Seien Sie vorsichtig und führen Sie den Tierchen keinen Schaden zu. Selbstverständlich entlassen Sie sie anschließend wieder in die Freiheit. Der ganz nahe Kontakt mit den Tieren ist für Kinder überaus interessant und lehrreich. Bei so manchem Erwachsenen führt er sogar dazu, dass sich möglicher Ekel nach und nach auflöst.

Lohnend ist auch der Griff zur Kamera, insbesondere für die Artenbestimmung fliegender Insekten, die schnell die Flucht ergreifen. Mit einem gut auflösenden, digitalen Fotoapparat gelingt es leicht, gefundene Tiere abzulichten, um sie später zu bestimmen. Wer sich den im Verborgenem lebenden Krabbeltieren nähern möchte, kann sich einiger einfacher Tricks bedienen: Legen Sie ein großes, weißes Tuch unter einen tief hängenden Ast, einen Strauch oder eine Blume. Durch leichtes Rütteln fallen die Tierchen auf das Tuch und lassen sich dort recht einfach entdecken. Alternativ können Sie auch einen umgedrehten Regenschirm als Auffangbehälter nutzen. Bodeninsekten lassen sich gut mit einem Einweckglas fangen. Hierzu versenken Sie das Glas bis zum Rand im Erdboden und legen als Lockmittel geschnittenes Obst hinein. Viele Insekten finden sich auch im morschen Holz und unter Steinen. Häufig sind diese Arten weniger farbenprächtig, jedoch kein bisschen weniger spannend.

Die einfachste und gleichfalls erholsamste Methode ist es aber, sich in Augenhöhe auf eine Wiese zu legen und das zu bestaunen, was da vorbeikommt, -summt und -krabbelt.

Vorsicht Zecken!

Zecken fallen nicht von Bäumen. Die Parasiten halten sich im Unterholz und auf knöchel- bis hüfthohen Pflanzen auf. Schutz bieten geschlossene Schuhe, lange Hosen und Socken. Auf heller Kleidung sind die Tiere zudem gut zu erkennen. Auf der Suche nach einem Wirt reagieren sie auf Bodenerschütterungen und auf die im Körperschweiß enthaltene Buttersäure – gegen deren Geruch gibt es wirksame Abwehrmittel. Das Wichtigste ist jedoch, sich gründlich abzusuchen: Dünnhäutige Hautstellen (Kniekehlen, Achselhöhlen, Leistengegend) sind besonders beliebt. Zum Entfernen die Zecke mit einer speziellen Zange fassen und ohne Drehung aus der Haut ziehen. Den Einstich desinfizieren und mehrere Tage beobachten.

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