Organisation des ZubettbringensHeute bringst DU die Kinder ins Bett!

Der allabendliche Familienstress: Der eine kommt müde aus dem Büro, der andere hat einen anstrengenden Nachmittag mit den Kindern hinter sich. Wer ist jetzt dran – Mama oder Papa?

Heute bringst du die Kinder ins Bett
Gute Absprachen, gutes Zuarbeiten - Was es braucht, um die Wolfsstunde zu überstehen © plainpicture

Es ist die schlimmste Zeit des Tages. Unsere Nachbarn, die Dänen, haben sogar ein eigenes Wort dafür. „Ulvetimen“, die Wolfsstunde. Benannt nach dem Jaulen der müden und hungrigen Kinder. Gegen halb sechs oder sechs Uhr geht es meistens los. Genau dann, wenn noch schnell die Wäsche abgehängt, das Abendessen gekocht, die Wohnung aufgeräumt werden muss. Außerdem den Turnbeutel für morgen packen, die Kinder in die Wanne stecken, kurz noch mal E-Mails checken …

Verdammt, da heult schon wieder einer. In den frühen Abendstunden wird der Familienfrieden regelmäßig auf eine harte Probe gestellt. Derjenige, der zu Hause ist, rotiert zwischen Haushalt und Kindern. Am Mittag ist die Arbeitszeit nahtlos in Familienarbeit übergangen: Gehetzt ist man im Büro aufgebrochen, gehetzt am Kindergarten angekommen. Für den Nachmittag standen noch tausend Erledigungen auf der Liste. Die Kinder sind entweder matt oder überdreht, sie hatten schließlich selbst einen langen Tag. Mit schlechtem Gewissen zerrt man sie durch Supermärkte. Oder parkt sie vor dem Fernseher, damit das Abendessen auf dem Herd nicht anbrennt.

Nicht selten liegen die Nerven des Elternteils, der den Nachmittag mit den Kindern verbracht hat, zu diesem Zeitpunkt schon empfindlich blank. Wo bleibt denn der andere wieder! Weiß er nicht, dass gerade zwischen sechs und acht Uhr jede helfende Hand gebraucht wird? Warum trödelt er so lange im Büro rum? Kommt er vielleicht sogar extra so spät – damit schon alles erledigt ist, wenn er zu Hause eintrifft?

Die schwerste Etappe des Tages

Die Erwartungshaltungen an den länger arbeitenden Elternteil sind hoch. Wer daheim die Tür aufschließt, soll gefälligst sofort mit anpacken. Soll gut gelaunt Tasche und Laptop beiseitestellen, soll trösten, zuhören, anwesend sein und am besten flugs das Geschichtenvorlesen übernehmen. Dass er oder sie selbst kurz durchatmen möchte, vielleicht erschöpft ist, Kopfschmerzen hat – darum geht es jetzt nicht. Die jungen Wölfe müssen bettfertig gemacht werden. Die eigenen Bedürfnisse müssen warten. Genauso wie die Frage: „Und, wie war dein Tag?“

Streit und Unzufriedenheit sind da vorprogrammiert. Eltern sind wie Marathonläufer, und die letzte halbe Stunde des täglichen Langstreckenlaufs ist immer die schwerste. Aber stumme Vorwürfe helfen nicht, ein beleidigter Ton schon gar nicht. Jetzt gilt es, Hand in Hand zu arbeiten. Wer das hinbekommt, übersteht die Wolfsstunde gut. Und hat dann noch den restlichen Abend allein zu zweit. Jetzt ist endlich Zeit zum Reden, zum Anlächeln und Schulterklopfen. Weil man ja weiß, was der andere heute wieder alles geleistet hat.

So überleben Sie die „Wolfsstunde“:

  • Klare Absprachen: Jeder weiß, was er zu tun hat, und hält sich daran. So ist auch niemand enttäuscht, weil seine Erwartungen nicht erfüllt werden.
  • Mini-Auszeit: Der heimkehrende Elternteil erhält erst einmal die Möglichkeit, auch mit dem Kopf zu Hause anzukommen. Danach entlastet er den anderen.
  • Paarzeit: Während einer die Gutenachtgeschichte vorliest, räumt der andere die Küche auf, sodass hinterher beide Zeit füreinander haben. Oder wie wäre es einmal mit einem Elternabendessen, wenn die Kinder schlafen?

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