Raum für JaFür mehr Leichtigkeit im Kita-Alltag (1)

In unserer neuen Reihe finden Sie Ideen, wie Sie mit kleinen Veränderungen Großes bewirken können

Raum für Ja
© Nadja Bronzel/Röser Media, Karlsruhe

Es ist kurz vor 12 Uhr. Erzieherin Julia ruft durch den Raum: „Nein, geh von den Seifenblasen weg, Laura.“ Kurz darauf ertönt die Stimme ihrer Kollegin Maya: „Nein, Dimitris, hör auf, Mathilda zu ärgern.“ Die Auszubildende Melek schiebt bereits zum dritten Mal den Speisewagen weg und erinnert Noran: „Nein, da darfst du nicht dran, das machen die Großen.“ Das Wörtchen „Nein“ gehört fest in den Alltag. Da sind die Ordner, die nicht für Kinderhände bestimmt sind, die Knete, die plötzlich auf dem Boden oder an den Wänden landet, oder die Farbe, mit der sich Jule den Pulli anmalt. Kinderhände sind flink. Es ist ja auch verlockend, sich an den Seifenblasen oder Malstiften zu bedienen oder die Papiere rauszuziehen, die gerade erst ordentlich im Stehsammler verstaut wurden. In diesen Momenten liegen das Bedürfnis und die Neugierde der Kinder ganz weit entfernt von den Wünschen und Absichten der Fachkräfte. Hier prallen im wahrsten Sinne des Wortes Welten aufeinander. Es fällt das Wörtchen „Nein“. Einmal, zweimal, dreimal …
Wie oft kommt uns ein Nein über die Lippen? Mal laut, energisch und ein bisschen wütend. Oder auch leise, genervt und mit zusammengepressten Zähnen. Wie viele Neins hören die Kinder in ihrem Alltag? Im Morgenkreis, beim Essen, im Waschraum? Im schlimmsten Fall vermitteln unsere gesammelten Neins dem Kind: „Du machst eh nichts richtig.“ Aber das ist es doch gar nicht, was wir dem Kind signalisieren wollen. Wie kann es gelingen, dem Alltag in Ihrer Kita mehr JA zu geben? Ein lautes oder leises Ja, ein glückliches, freudiges, motivierendes „Ja, du darfst“. Wie lässt sich der Raum umgestalten, damit Kinder an all das rankommen, was sie jeder zeit nutzen können? Welche Boxen, Schränke, Fächer dürfen sie öffnen, ohne ermahnt zu werden? Was möchte Dimitris bezwecken, wenn er Mathilda ärgert? Warum findet Noran den Speisewagen so interessant?
Vielleicht ruft Julia demnächst: „Ja, Laura, du hast die Seifenblasen gefunden. Willst du rausgehen und sie da benutzen?“ Maya erkennt Dimitris Interesse an dem roten Auto und regt Mathilda und ihn zum gemeinsamen Spiel an. Und Melek freut sich über Norans Einsatz: „Ja, ich sehe, du greifst nach dem Teller. Wollen wir gemeinsam den Tisch decken?“ Ein Ja macht gute Laune. Probieren Sie es aus: Wie geht es Ihnen, wenn Sie zehnmal am Tag JA statt NEIN rufen können?  

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