Was wir von Kindern lernen können10 Tipps für mehr Leichtigkeit

Über einen hüpfenden Spatzen am Boden staunen, einen krabbelnden Feuerkäfer minutenlang beobachten und sich einfach so kaputtlachen – Kindern gelingt es immer wieder, das Glück im Kleinen zu sehen. Unser Autor Matheo Bucher ist selbst Erzieher und sagt: Es gibt einige Dinge, die wir uns von Kindern abschauen sollten. ​

Was wir von Kindern lernen können
© Ardea-studio/shutterstock.com

1. Im Moment leben

Kinder leben im Hier und Jetzt. Sie denken nicht darüber nach, was in einem oder in fünf Jahren sein wird. Es gelingt ihnen, ihre komplette Aufmerksamkeit auf den aktuellen Moment zu richten. Erwachsene neigen dazu, alles zu planen und sorgenvoll in die Zukunft zu blicken. Dadurch sind sie häufig abgelenkt und geistig abwesend. Versuchen Sie doch mal, einzelne Momente bewusster wahrzunehmen. Richten Sie dabei den Aufmerksamkeitsfokus auf Ihr Tun und auf die Emotionen, die dabei ausgelöst werden.

2. Die kleinen Dinge genießen

Zum Leben im Moment gehört ebenso das Genießen der kleinen Dinge. Kinder strahlen bereits bei dem Anblick eines leckeren Schokoeises. Für mehr Leichtigkeit kann es durchaus hilfreich sein, sich zu fragen, welche Situationen, Tätigkeiten und Dinge einem ganz individuell guttun, und diese dann bewusst zu genießen. Das kann eine gute Zeit mit Freund*innen sein, ein liebevoll zubereitetes Essen oder auch ein entspannendes Bad mit wohlriechenden Düften.

3. Emotionen zulassen und zeigen

Sowohl positive Gefühle als auch negative Emotionen gehören zum Leben eines jeden Individuums. Kinder geben ihren Emotionen sichtbar und unmittelbar Ausdruck. Erwachsene hingegen verstecken oder überspielen häufig ihre Gefühlslage. Das gilt besonders für negative Emotionen. Daraus können allerdings unterschwellige Konflikte entstehen. Üben Sie sich darin, Emotionen zuzulassen, zu zeigen und mitzuteilen. Dadurch wird das Miteinander leichter, authentischer und klarer.

4. Neugierig und aufgeschlossen sein

Neugier ist eine grundlegende Eigenschaft des Kindes. Die meisten von ihnen stehen neuen Situationen offen gegenüber. Dabei explorieren sie fortlaufend. Diese Neugier verliert sich gelegentlich im Laufe des Erwachsenwerdens. Nutzen Sie die kindliche Neugier, um leichter Orientierung in neuen Situationen zu erlangen und um in Kontakt mit anderen zu kommen. Gehen Sie unvoreingenommen und ohne spezifische Erwartungshaltung an Neues heran.

5. Spaß am Spiel

Die Hauptbeschäftigung des Kindes ist das Spiel. Das Spiel begleitet den Menschen allerdings nicht nur durch die Kindheit, sondern ein Leben lang. Oftmals wird die Mehrdimensionalität des „Homo ludens“ (des spielenden Menschen) verkannt. Sobald von Fußballspielen, Theaterspielen oder dem Spielen eines Musikinstrumentes die Rede ist, wird deutlich, dass auch Erwachsene durchaus spielen. Nehmen Sie das eigene Spiel aktiv wahr. Erleben Sie Freude daran. Dadurch ebnet sich der Weg zu einer spielerisch-leichteren Welt.

6. Mit Humor reagieren

Ein kleines Missgeschick, eine Albernheit oder auch ein einfacher Witz – Kinder sind wahre Künstler in Sachen Humor. Daran können auch Sie sich ein Beispiel nehmen. Seien Sie nicht frustriert oder missmutig, wenn etwas nicht so gelingt, wie Sie es sich vorstellen. Lernen Sie, über kleine Fehler und Patzer zu schmunzeln, statt sich darüber zu ärgern. Solch eine Strategie sorgt für Leichtigkeit im eigenen Erleben und Handeln. Zudem strahlen Sie dadurch Souveränität und Authentizität gegenüber Ihren Mitmenschen aus.

7. Zeit nehmen

Nehmen Sie sich Zeit für sich! Die meisten Kinder merken ganz genau, wann sie eine Pause oder kurz Zeit für sich benötigen. Diesem Bedürfnis wird meist direkt nachgegangen. Umso mehr sind sie im Anschluss daran wieder aufnahmefähig und bereit für Neues. Versuchen Sie, es den Kindern gleichzutun. Spüren Sie in stressigen Momenten in sich hinein. Fühlen Sie, ob Ihnen gerade etwas Zeit allein guttun würde. Zögern Sie nicht; diese kleinen Auszeiten stehen Ihnen zu und sorgen für mehr Leichtigkeit und Energie.

8. Eigene Ressourcen entdecken

Welche Interessen haben Sie? Was können Sie richtig gut? Wo liegen Ihre Stärken? Kinder werden immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert. Ihr Kompetenzprofil entwickelt sich stetig weiter; ebenso werden neue Interessen entdeckt und tiefergehend beleuchtet. Betrachten Sie nun selbst Ihr ganz individuelles Ressourcen- und Kompetenzprofil. Erkennen Sie Ihr ganz persönliches Profil als Bereicherung an und nutzen Sie es für einen leichteren beruflichen sowie privaten Alltag.

9. Vertrauen in die Umwelt – Bitten Sie um Hilfe

Sie müssen nicht alles allein schaffen! Auch das wissen schon Kinder. Vertrauensvoll verlassen sie sich auf ihre Bezugspersonen und scheuen sich nicht, nach Hilfe zu fragen. Handeln Sie ebenso! Geben Sie auch mal ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen Aufgaben an Kolleg*innen ab. Haben Sie Vertrauen, dass Ihre Kolleg*innen, auch ohne Ihre Kontrolle und ohne Ihr Zutun, diese Aufgaben gut erledigen werden. Bitten Sie in überfordernden Situationen um Hilfe und erleben Sie, wie entlastend das sein kann.

10. Feste Routinen einführen

Klare Routinen und Strukturen bieten Sicherheit und Orientierung. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern für Menschen jeden Alters. Gewöhnen Sie sich Routinen an und legen Sie sich eine feste Alltagsstruktur, beispielweise in Form eines Tages- oder Wochenplans zu. Sie werden merken, dass Aufgaben effizienter erledigt werden können, dass der Kopf leichter und freier wird.

 

Matheo Bucher 
ist staatlich anerkannter Erzieher sowie Bachelor Professional in Sozialwesen und arbeitet in der katholischen Kindervilla „St. Katharina“ in Katzental (Neckar-Odenwald-Kreis Baden-Württemberg).

 
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