Was macht eigentlich eine Fachkraft für Kinderschutz?Zusatzqualifikationen für die Kita (2)

Annalena steht Fachkräften und Eltern unterstützend zur Seite, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Auch präventiv ist sie tätig.

Was macht eigentlich eine Fachkraft für Kinderschutz?
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1. Wie sieht Ihr Aufgabenfeld in der Praxis aus?

Hauptsächlich geht es darum, Risiken und Signale für Kindeswohlgefährdungen durch die Familie oder in der Kita zu erkennen. Signale können Aussagen oder Verhaltensweisen von Kindern, Fachkräften oder Eltern sein, Verletzungen des Kindes, die eine Fremdeinwirkung vermuten lassen, oder Anzeichen einer Vernachlässigung wie mangelnde finanzielle Mittel, fehlendes Frühstück oder ungepflegtes Auftreten. Ich schätze die Gefährdung mit den Bezugspersonen der Gruppe ein und es wird ein Vorgehen zur Unterstützung der Familie und Abwendung der Gefährdung besprochen. Dies basiert auf gesetzlichen Grundlagen und Handlungsleitfäden des Trägers. Wir möchten eine fachliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Kindeseltern, solange dies das Kind nicht akut in Gefahr bringt. Präventiv geht es in dieser Tätigkeit auch darum, Fachkräfte und Familien zu beraten und in ihrer Handlungsfähigkeit zu stärken.

2. Gibt es bestimmte Grundvoraussetzungen?

Eine gute Balance zwischen Empathie und Sensibilität sowie persönlicher Abgrenzung und Selbstfürsorge bildet eine geeignete Basis, um die eigene Rolle zu reflektieren. Annalena steht Fachkräften und Eltern unterstützend zur Seite, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Auch präventiv ist sie tätig. Außerdem ist eine gewisse Handlungssicherheit hilfreich, die sich durch Fachwissen, Haltung und Erfahrung in der Praxis mit der Zeit entwickelt. Ganz wichtig ist es aber, bei der Arbeit mit Menschen Freude zu empfinden und an einem gelingenden Aufwachsen von Kindern mitwirken zu wollen.

3. Wie umfangreich war die Qualifizierung?

Ich habe den Zertifikatskurs an der Fliedner Fachhochschule in Düsseldorf absolviert. Er bestand aus vier Lehrveranstaltungstagen sowie eineinhalb Seminartagen mit praktischen Übungen. Zur Zertifizierung gehörten eine Fallarbeit und eine Fallberatung im Rahmen eines Kolloquiums.

4. Wie kann das Wissen an die Kolleg*innen weitergereicht werden?

Wichtig ist der regelmäßige Austausch im Team im Rahmen von Supervisionen und kollegialen Beratungen. Ein wirksamer Kinderschutz braucht aufmerksame Fachkräfte, die miteinander reden. So können alle Perspektiven und Lebensräume der Kinder ganzheitlich betrachtet werden.

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