Mut zur WutKonstruktiver Umgang mit Aggressionen

Mut zur Wut
© Mironov Konstantin - iStock

Unverplante Zeit

Kinder wollen mitentscheiden, wie, wo, mit wem und mit was sie ihren Tag in der Kita verbringen. Ist dies nicht der Fall, weil sie z.B. in einen festen Tagesablauf und Wochenplan eingeteilt sind, dann kann es zu Spielunterbrechungen kommen, auf die manche Kinder mit Unmut, negativen Gefühlen, Verweigerung bis hin zu aggressivem Verhalten oder mit Konflikten reagieren. Überprüfen Sie in Ihrem Team, wie hoch die Beteiligung der Kinder an der Gestaltung des Tagesablaufs ist und wie viele Zeiträume sie haben, in denen sie selbst gestaltete Bildungszeit erleben können.

Ein neuer Blick auf Aggression

Eine Einladung an Pädagoginnen und Pädagogen, immer auch die positiven Aspekte von aggressivem Verhalten zu sehen: In welcher Situation schafft es ein Kind, für sich einzustehen (natürlich ohne andere zu verletzen)? Wann ist aggressives Verhalten im positiven Sinne ein Sichbehaupten? Wird etwas in Angriff genommen? Mut oder Engagement gezeigt? Stellt sich ein Kind einer Herausforderung? Der ressourcenorientierte Blick kann helfen, das Handeln eines Kindes nachzuvollziehen, den Grund seines Verhaltens zu erkennen und die Begleitung dementsprechend zu gestalten.

Abwarten können

Um einen Konflikt oder Gefühlsausbruch eines Kindes zu verhindern, greifen Erwachsene manchmal zu früh in eine Auseinandersetzung ein, die die Kinder möglicherweise selbst gelöst hätten. Trauen Sie sich, etwas länger abzuwarten, damit Kinder eigene Lösungen finden können und lernen, mit konflikthaften Situationen zurechtzukommen. Bleiben Sie präsent, um ggf. unterstützen zu können.

Drachenschwanz jagen – ein Tobespiel

Die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt und stellen sich in eine Reihe hintereinander. Jeder Mitspieler und jede Mitspielerin hält sich an den Schultern oder der Taille eines anderen Kindes fest. Der oder die letzte steckt sich ein Tuch hinten in die Hose, sodass nur noch ein Stück des Tuchs herausschaut. Die Kinder spielen einen Drachen. Auf ein Zeichen geht es los: Der Drachenkopf muss den Schwanz des anderen Drachen zu fassen bekommen und das Tuch herausziehen. Ist dies gelungen, wird das Kind, das der Schwanz war, zum Drachenkopf. So können einige Runden gespielt werden oder bis alle Kinder einmal der Drachenkopf waren. Die Fähigkeit zu kooperieren, aufeinander zu achten, zusammenzuhalten führt zum gemeinschaftlichen Erfolgserlebnis.

Empfindungen sichtbar machen

Skizzieren Sie auf dem Boden mit Klebeband oder einem langen Seil eine Skala. Erklären Sie den Kindern, dass das eine Ende für „viel“ und das andere Ende für „wenig“ steht. Dies können Sie mit Symbolen markieren, z. B. mit Plus- und Minuszeichen, Smileys oder mit Zahlen von null bis zehn. Laden Sie die Kinder ein, sich auf der Skala an die Stelle zu stellen, wo sie sich in Bezug auf eine Frage sehen. Beispiele: „Wie wütend macht dich, wenn dir jemand Spielzeug wegnimmt?“, „…jemand sagt, dass du nicht mitspielen darfst?“, „…etwas verboten ist und du nicht verstehst, warum?“ Das Spiel eignet sich zur Einschätzung unterschiedlicher Gefühle und hilft Kindern, über ihre Stimmung und die Intensität eines Gefühls zu sprechen. Variante: Die Kinder beschreiben eine Situation, die sie wütend gemacht hat.

Wut zum Klingen bringen

Musik machen – im weitesten Sinne auch mit Alltagsmaterialien Geräusche und Klänge erzeugen – kann Stress reduzieren und entspannen. Bieten Sie den Kindern an, mit den zur Verfügung stehenden Instrumenten und Materialien (Töpfe, Schüsseln, Kisten, Schlegel, stabiles Naturmaterial) ihre Gefühle hörbar zu machen: „Wie klingt es, wenn du wütend bist?“ Die Kinder haben die Möglichkeit, alles auszuprobieren. Sie moderieren, können aber auch Ihre Gefühle „zum Klingen bringen“. Hört sich Wut immer gleich an oder gibt es Unterschiede? Die Geräusche können alternativ mit dem Körper erzeugt und dargestellt werden.

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