Ganz schön eklig!Ekelgefühle durch neue Erfahrungen überwinden

Ganz schön eklig
© Anke Demetriou - 123RF

Mit Fingerfarbe malen

Auch wenn es sich erst einmal nicht so anhört: Fingerfarben und Matsch haben viel gemeinsam. Sie helfen Kindern, ihre Welt zu entdecken und zu begreifen. Zunächst ekeln sich viele Kinder vor beidem, wobei die Akzeptanz von Fingerfarben deutlich höher ist als die von Matsch. Die Beschaffenheit der Farben ist zwar schmierig, aber nicht dreckig. Schmierige, schleimige und manchmal auch nicht ganz so gut riechende Materialien in die Hand zu nehmen und damit zu experimentieren, ist ein großer Entwicklungsschritt. Er kann mit großflächigem Malen am Boden oder an Fensterscheiben unterstützt werden. Wer sich traut, mit Fingerfarben zu malen, hat in der Regel auch weniger Hemmungen zu matschen. 

Matschkugeln formen

Matsch ist schmutzig. Um den Ekel davor zu überwinden, ist entscheidend, was Erzieher*innen vorleben. Kleine Matschkugeln formen und sie einen Berg hinunterkullern zu lassen, weckt Neugier und fasziniert Kinder. Nach ein paar Durchläufen hat jedes Kind, wie selbstverständlich, eine eigene Matschkugel geformt und lässt sie den Berg hinunterrollen.

Unbekannte Speisen probieren

Gemeinsame Mahlzeiten sind eine gute Gelegenheit, über das Essen zu sprechen. Über das, was den Kindern und Erwachsenen schmeckt, die Herkunft der Zutaten oder die Zubereitung. Ist ihnen eine Speise fremd, laden wir dazu ein, sie zu probieren. Man muss nicht alles mögen, aber zumindest angeboten bekommen. Vorlieben und Abneigungen können sich auf diese Weise mit der Zeit verändern. Besuchen die Kinder einen Wochenmarkt, lernen sie die Vielfalt an Nahrungsmitteln kennen. Sie können daran riechen, einkaufen und gemeinsam ein Gericht zubereiten. Essen wird zu einem genussvollen Erlebnis. Neben der Vorbildfunktion der Erwachsenen schauen sich Kinder einen neuen Umgang mit Essen auch von anderen Kindern ab.

Asseln, Gliederfüßern und Käfern ein Versteck bauen

Wenn Kinder auf Kellerasseln treten, schreiend vor ihnen davonlaufen oder sie vor Schreck wegschmeißen, ist es ratsam, in die Situation einzugreifen, Sympathie für die Tiere zu zeigen und ihren Nutzen zu erklären. Möglicherweise wollen die Kinder für die Kellerasseln Verstecke bauen, wenn sie wissen, wie wichtig sie sind. Kellerasseln verwerten verrottende Pflanzenteile, Essensreste und Kot. Um die Tiere genauer zu erforschen, eignen sich Becherlupen. In einer Becherlupe ist die Kellerassel geschützt und die Kinder können sie ohne Angst betrachten. Sie lernen durch die Distanz, erfahren sie, dass sie ihnen nichts tut.

Seifenblasen fangen

Kinder finden Seifenblasen toll. Was liegt näher, als sie mit einer selbst hergestellten Seifenlauge in die Luft zu blasen und zu fangen? Erste Berührungen an den Händen, am Arm oder auch mal mitten auf der Nase mit einer solchen Flüssigkeit, die sich schmierig und klebrig anfühlt, kann die Scheu und Abneigung vor dieser Materialbeschaffenheit lindern oder sogar aufheben.

Sandspiele auf kleinem Raum

Die Berührung von Sand löst bei Kindern unterschiedliche Gefühle aus – je nachdem, wie er beschaffen ist. Ist er feucht, dann klebt er an den Fingern und lässt sich nicht einfach abschütteln. Das erregt bei manchen Kindern ein unangenehmes Gefühl bis hin zum Ekel. Feinkörniger, trockener Sand fühlt sich weich und angenehm an. Unterschiedliche Körnungen in große Behälter abgefüllt sind eine Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen: die Hände tief eintauchen, einen Gegenstand vergraben, den Sand durch die Finger rieseln lassen. Das Abschauen von den anderen Kindern, die feuchten oder nassen Sand kneten und formen, bewegt vorsichtige Kinder dazu, selbst einmal hineinzufassen. Wie fühlt sich Sand mit und ohne Wasser an? Wie fühlt sich Barfußgehen im Sand an?

 

Die kindergarten heute-Newsletter

Ja, ich möchte die kostenlosen Newsletter von kindergarten heute abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.