10 Gründe, in der Kita selbst zu kochen und zu backen

Warum Kinder davon profitieren, in der Kita-Küche mitmischen zu dürfen, erläutert Marita Keller, langjährige Leiterin eines Kindergartens. In ihrem Team: eine Köchin.

Zehn Gründe, in der Kita selbst zu kochen und zu backen
© sivivolk - iStock
  1. WISSEN, WO ES HERKOMMT
    Wenn Kinder Essen selbst zubereiten dürfen, führt dies zu einem Erfolgserlebnis. Zu einer ganz besonderen Erfahrung wird dies, wenn die Lebensmittel aus dem eigenen Garten kommen. Ein angelegter Garten führt die Kinder mit Obst und Gemüse durch die Jahreszeiten. Kartoffeln werden vom Bauern vom Feld geerntet.
  2. LEBENSMITTEL KENNENLERNEN
    Wenn möglich, kaufen immer einige Kinder mit ein. Beim Einkauf achten wir als Team darauf, dass frische und regionale Lebensmittel eingekauft werden. Einige Eltern bringen Obst und Gemüse aus eigenem Anbau mit, diese werden von der Köchin verarbeitet. Nur wenn Kinder von Beginn an ohne Geschmacksverstärker ernährt werden, kann sich das natürliche Geschmacksempfinden entwickeln.
  3. LERNEN, WIE’S GEMACHT WIRD
    Was vorher gesät, gepflanzt, gegossen, geerntet oder eingekauft wurde, wird in der Kita- Küche Schritt für Schritt zubereitet. Wenn Kinder in der Kita-Küche mithelfen, lernen sie, wie eine Mahlzeit entsteht. Dazu gehört es, zu wiegen, zu schneiden, zu rühren und abzuschmecken. Und sie lernen: vor der Zubereitung von Lebensmitteln und vor dem Essen Hände waschen.
  4. ALLE SINNE SIND DABEI
    Selbst zubereitetes Essen ist mehr als nur die Vorbereitung zur Nahrungsaufnahme; es ist ein sinnliches Erlebnis. Wie fühlt sich eine Gurke an? Wie riecht eine frisch geerntete Tomate, wie ein Kuchen im Ofen? Wie hört sich kochendes Wasser im Topf oder heißes Fett in der Pfanne an? Wie sehen rohe Champignons aus? Wie, wenn sie gedünstet wurden?
  5. EIN SCHÖPFERISCHER PROZESS
    Ob beim Teigkneten, Hirsebällchenformen oder Gemüseschneiden – die Kinder lernen dabei, wie sich die Hände gebrauchen lassen. Sowohl Kochen als auch Backen sind eine besondere Form des handwerklichen und kreativen Gestaltens. Selbstgekochtes kann – je nach Wünschen, Saison oder Farben – unendlich variiert werden.
  6. SPEISEN PLANEN
    Die Kinder werden in die Gestaltung des Speiseplans miteinbezogen. Dabei achtet die Köchin darauf, dass es schmackhafte, gesunde und ausgewogene Mahlzeiten gibt. Sie geht nicht nur auf die Wünsche der Kinder ein, sondern ebenso auf gesundheitliche Einschränkungen. Auch damit ganz wenig weggeworfen wird, richtet sich die gekochte Menge nach den Wünschen der Kinder.
  7. ÜBERS KOCHEN REDEN
    „Was kochst du heute?“, „Was kann ich dir helfen?“, das fragen die Kinder die Köchin. Und ihren Eltern berichten sie: „Das hat so gut geschmeckt!“ Ganz von selbst entsteht ein reger Austausch von Rezepten zwischen Eltern und Köchin. Die Eltern kochen die Rezepte für die Kinder nach, Erfahrungen werden ausgetauscht und man gibt sich gegenseitig Tipps.
  8. ÜBERS ESSEN REDEN
    Die Köchin trägt ihr gekochtes Essen zu den Kindern, sie steht immer in Kontakt mit ihnen, fragt sie: „Was schmeckt? Was nicht?“ Dadurch kann sie die Wünsche der Kinder berücksichtigen und ihren Speiseplan entsprechend anpassen. Jedes Kind hat das Recht zu sagen: „Das schmeckt mir“, „Das schmeckt mir nicht“ und „Kochst du das wieder?“.
  9. TISCHKULTUR UND RITUAL
    Nach einem erlebnisreichen Vormittag kommen die Kinder beim Mittagessen zur Ruhe. Sie decken gemeinsam den Tisch, nehmen sich ihr Essen selbstständig und entscheiden, wo sie sitzen möchten. Zu Beginn des Essens sprechen alle zusammen einen Tischspruch, Regeln werden besprochen. Wenn alle mit dem Essen fertig sind, räumen die Kinder selbstständig ab.
  10. GANZ BESONDERS: KÖCHIN UND KÜCHE
    Wenn die Kinder in die Kita kommen, führt ihr Weg oft zuerst in die Küche. Die Köchin ist besondere Bezugsperson und gute Seele für die Kinder. Nicht nur Mahlzeiten werden von ihr zubereitet, sie kocht Tee für die Kinder und backt zu Festen Plätzchen und Kuchen mit ihnen. Sie tröstet, spricht, vermittelt. Auch uns, das Team, verwöhnt sie jeden Tag mit einem Cappuccino. Das stärkt die Motivation.

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