BischofssynodeErneut verschickt der Vatikan Fragebogen zum Thema Familie an die Ortskirchen

Der Vatikan hat zur Vorbereitung der Ordentlichen Bischofssynode im Herbst die ersten Vorbereitungsdokumente verschickt, die erneut einen Fragebogen an die Ortskirchen beinhalten. Damit setzt Papst Franziskus die innerkirchlichen Beratungen zum Thema Ehe und Familie auch über die römischen Ereignisse hinaus fort und bezieht in der Zeit zwischen den beiden Synoden die Bistümer wieder mit ein. Mit diesem zweiten Fragebogen hatte so kaum einer gerechnet. Zunächst war nicht klar, wie der weitere Beratungsprozess strukturiert sein würde und wie sich der Papst einzubringen gedenke. Nun zeichnen sich die ersten Konturen ab.

Auffällig bei dem neuen vatikanischen Schreiben ist die starke Bezugnahme auf die zurückliegende Außerordentliche Synode und das Hereinnehmen der Gesamtkirche in eine Art Dialogprozess. Wie beim ersten Fragebogen, der weltweite Aufmerksamkeit erzeugt hatte, stellt der Vatikan es auch diesmal den Bischofskonferenzen frei, wie sie mit dem Fragebogen umgehen. Doch sehr deutlich ist in dem Text das Interesse an einer breiten Meinungsfindung herauszulesen. Es gehe um einen „notwendigen Realismus“, heißt es da; die Bischöfe dürften nicht mit „eigenen Überlegungen“ von dem bereits durch die erste Synodenversammlung vorgezeichneten Weg wegführen. Es dürfe nun nicht „bei Null“ wieder angesetzt werden, vielmehr gelte es, noch „fehlende Aspekte“ anzufügen. Ausdrücklich wendet sich die päpstliche Arbeitsanweisung gegen eine Pas­toral, die „lediglich die Lehre anwendet“.

Der Fragebogen gliedert sich in 46 Frageblöcke, die in Themenabschnitten zusammengefasst werden. Die Bischofskonferenzen haben nun bis zum 15. April – und damit deutlich mehr als in der ersten Runde – Zeit, Antworten zu finden. Noch ist nicht klar, welche Wege dabei beschritten werden. Das Schreiben verweist auf Papst Franziskus und erklärt, dass sich das Synodengeschehen in einen allgemeinen „kirchlichen Zusammenhang“ einfüge. Dass Franziskus sich jetzt auch selbst noch stärker einbringt, zeigt sich darin, dass er bis zum Herbst alle seine Mittwochskatechesen unter das Thema der Familie stellen will.

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