Leserbriefe

Von der Ökumene lernen

Danke, Heinz-Günther Stobbe, für den Beitrag zur Gebetswoche für die Einheit der Christen (vgl. „Gemeinsam in einer gespaltenen Welt“ in CIG Nr. 3, S. 6). Er bringt auf den Punkt, was jetzt geschehen müsste: Gerade weil wir in einer „sich selbst zerlegenden...und zerfleischenden Welt“ leben, braucht es das „Gegenbild“ – sichtbar gemacht in der entschiedenen und deutlich erkennbaren Fortsetzung des konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und einer neuen Europäischen Ökumenischen Versammlung. So kämen die Kirchen auch heraus aus ihrer Gefangenschaft in allerlei Ratlosigkeit, Resignation und Selbstlähmung. Wer gibt den Anstoß?

Michael Schmitt, Mannheim

Beispiel Sternsinger

Zu verschiedenen Beiträgen über den Machtmissbrauch in der Kirche (zuletzt „Vor dem Gutachten in München“ in CIG Nr. 3, S. 4): Blicken wir in diesen schweren Zeiten auf unsere Sternsinger! Sie können gar nicht genug gelobt werden. Denn sie zeigen uns, was die Kirche in unserem Land bitter nötig hat. Sie missionieren (unaufdringlich)! Sie gehen von einem Ort zum nächsten; sie reden nicht über irgendetwas, sondern schreiben schlicht den Segen über alle Häuser. So tragen sie Christus weiter. Wider alle Zusammenrottungen dieser Tage mit vielen falschen Propheten weisen uns die Sternsinger den Weg zum Leben in Fülle. Auf, eilen wir ihnen nach!

Anastasia Klann, Hamburg

Die Stunde der Laien?

Es ist wichtig, dass Sie im Kommentar „Immer neu schockierend“ (CIG Nr. 2, S. 2), noch einmal auf den Anfang der Veröffentlichung des Missbrauchsskandals hinweisen und darauf, wie wenig seitdem zur Bewältigung geschehen ist. Unbefriedigend finde ich allerdings, dass Sie bei der Lösung wieder nur beim Verhalten der „Oberhirten“, also bei Papst und den Bischöfen, stehen bleiben. Es zeigt sich doch jetzt schon seit Jahrzehnten, dass die meisten von ihnen nicht in der Lage sind, die Kirche zu reformieren. Da wären doch jetzt die Laien gefragt. Aber sie verharren vielfach weiterhin in der Hoffnung, dass sich „oben“ etwas ändert. Es wäre geboten, dass auch die Laien ihrer Verantwortung für die Kirche gerecht werden, dass sie die Sache selber in die Hand nehmen und zumindest das Recht der Mitentscheidung einfordern.

Jürgen Grewe, Aachen

Vorbild Desmond Tutu

Die Laudatio von Annette Schavan für Desmond Tutu (vgl. „Die Festigkeit des Glaubens in CIG Nr. 2, S. 6) hat mich sehr berührt. Der Erzbischof war eine beeindruckende Persönlichkeit, ein „Leuchtturm“ der Kirche, ja des Christentums. Seine Arbeit in der Kommission für Wahrheitsfindung und Aussöhnung bringt mich zu der Überlegung: Könnte das nicht auch ein Weg sein bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kirche?

Karl Josef Wendling, Bous

Das eigene Gewissen

Der Beitrag von Klaus Mertes (vgl. „Der Papst entscheidet, aber Gott fügt“ in CIG Nr. 1, S. 3)hat mir aus der Seele gesprochen, vor allem der Gedanke vom notwendigen „Schritt über die Grenzen des Systems“, dass nämlich betroffene (Erz-)Bischöfe ja auch selber zurücktreten und nicht nur den Papst um die Annahme ihres Gesuchs bitten können. Seit längerer Zeit frage ich mich schon, warum das nicht möglich sein sollte. Selbst wenn der Papst Bischöfe ernennt und sie ihm zum Gehorsam verpflichtet sind – es gibt doch auch noch die Verantwortung vor einer höheren Instanz als Rom. Diese könnte und sollte einen Bischof im Gewissen mehr verpflichten, sofern er zur Überzeugung kommt, gravierende Fehler begangen und Schuld auf sich geladen zu haben oder eben Verantwortung für das Versagen seiner Untergebenen übernehmen zu müssen.

Siegfried Welz-Hildebrand, Weingarten

Predigt mit Hausaufgabe

Im Kommentar zur „Weniger“-Konferenz (vgl. „Glauben auf allen Kanälen“ in CIG Nr. 3, S. 2) schreibt Simon Lukas: „Es gibt wohl nicht wenige Pfarrer, die Skrupel hätten, im Gottesdienst...‚Hausaufgaben‘ zu verteilen.“ Aber ja, es gibt sie noch! Seit bald 20 Jahren nehme ich im Urlaub an den Gottesdiensten in der Schwarzwaldgemeinde Horben teil. Der pensionierte Pfarrer Dr. Rainer Birkenmaier beendet seine Predigten dort stets mit einer kleinen Übung, die er ausdrücklich „Hausaufgabe“ nennt. Für mich wirkt damit der Gottesdienst die ganze Woche nach. Was für eine Gabe!

Ursula Trippner, Hamburg


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